Notizbuch: studierte Weltenbummler

15 02 2017

Mittwoch, 15. Februar 2017

Die „Studierten Weltenbummler“ starten in die nächste Runde. Die alljährliche Vorbereitung des Messeauftritts der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) auf der ITB Berlin läuft bereits seit August 2016 auf Hochtouren. Und ich mische da – beratend – mit.

Dual Studierende des 5./6. Semesters des Fachbereiches BWL/Tourismus überneh-men wie auch die Jahre zuvor die Standgestaltung und -betreuung, das Marketing, die Pressearbeit sowie die Finanzierung. „Lediglich die Rahmenbedingungen sowie Hilfestellungen haben wir von unseren Dozenten erhalten, die mit ihrer jahrelangen Erfahrung das ITB-Projekt betreuen“, sagt Mariana-Theresa Jürgens, die Sprecherin der Pressegruppe.

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Das sind sie – die studierten Weltenbummer

Das Projekt läuft unter dem Motto „studierte Weltenbummler“, das von ehemaligen Tourismusstudenten ins Leben gerufen wurde und auch in diesem Jahr fortgeführt wird. Jürgens: „Der Namenszug studierte Weltenbummler ist sogar werberechtlich geschützt.“

Auf der ITB Berlin werben die Studierenden für die Tourismusbranche sowie für alle dualen Bachelor- und Masterstudiengänge, die an der HWR angeboten werden.

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Oben: die Marketinggruppe [links im Bild: AUMA-Referent Hendrik Hochheim]. Unten: ein Teil der Pressegruppe [dritte von links: Mariana-Theresa Jürgens, die Sprecherin]

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„Das duale BWL/Tourismus-Studium zeichnet sich dadurch aus, dass parallel zur Vermittlung betriebswirtschaftlicher und touristischer Kenntnisse im Rahmen eines Hochschulstudiums eine fachspezifische Ausbildung in einem touristischen Betrieb stattfindet“, betont die Sprecherin der Studierenden, „diese vermittelten Kenntnisse sollen dann direkt während der Praxis¬einsätze angewendet werden.“ Die Vorbereitung des Messestands schafften „somit einen Praxisbezug auch in der Theoriephase und bietet uns Studierenden die Möglichkeit, einzigartige Erfahrungen für unser späteres Berufsleben zu sammeln“ [Jürgens].

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Ein Foto aus dem Votrjahr: zwei Studentinnen mit Schärpe

Während in den Vorjahren die Pressemeldungen auf Papier gedruckt und in einer Pressemappe den Journalisten überreicht worden, werden sie diesmal auf einen Stick gezogen, der wiederum in eine niedliche kleine Box gepackt wird. Diese werden vor der Eröffnungspressekonferenz [Dienstag, 7. Februar, 10 Uhr Palais am Funkturm] und auf Rundgängen der Pressegruppe während der ITB verteilt. Zudem liegen sie im Pressefach „Studierte Weltenbummler“ in Halle 5.3 aus.
Zu finden sind die Studierten Weltenbummler auf der ITB Berlin in der Halle 11.1 am Stand 312 oder verteilt auf dem Messegelände mit ihrem unverwechselbaren Erkennungszeichen, der roten Schärpe mit dem Schriftzug „studierte Weltenbummler“.





Tagebuch: Vatikan & Roboter-Hostess

24 02 2016

Mittwoch, 24. Februar 2016

Zum ersten Mal ist der Vatikan auf der ITB Berlin vertreten. Diese [die ITB, nicht der Vatikan] wird jetzt 50. 50 Jahre ITB Berlin, das ist j schon was. [Es ist meine 44. ITB, auch das ist schon was…] Diesjähriger Partner sind die Malediven. Ahmed Shian, Botschafter der Malediven, Dr. Martin Buck, Senior Vice President Travel & Logistics der Messe Berlin, und David Ruetz, Chef der ITB Berlin, gaben jetzt eine Pressekonferenz. Sie war den unzähligen Publikumsattraktionen gewidmet, die die ITB bietet. Eine Auswahl:

Eine Ausstellung historischer Reiseführer ist zu sehen – 80 Bücher aus 150 Jahren. Besucher können sich am Stand in Halle 4.1 vor einer Fotowand mit unterschiedlichen Reisemotiven ablichten lassen oder im Jubiläumsbuch „From Berlin with Love. 50 Destinations. 50 Encoun-ters. 50 Stories“ schmökern. Wer 1966, im Geburtsjahr der ITB Berlin, auf die Welt kam und ein Ticket an der Tageskasse kauft, freut sich über ein weiteres kostenloses Ticket

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Dr. Martin Buck, Senior Vice President Travel & Logistics der Messe Berlin [rechts] und David Ruetz, Chef der ITB Berlin [links]. In der Mitte Ahmed Shian, Botschafter der Maledives.

Eindrücke in die lebendige und farbenfrohe Kultur des Inselstaates Malediven im Indischen Ozean bekommen Besucher in Halle 5.2. Einen Adrenalinkick erhalten sie bei den Abenteuertagen am Samstag und Sonntag in Halle 4.1. Im Hochseilgarten und dem Kletter-turm der Globetrotter-Erlebniswelt geht es hoch hinaus. Ein originalgetreues Wikingerschiff erweckt den hohen Norden zum Leben. Der Schamane Angaangaq Angakkorsuaq entführt die Besucher am Sonntag um 13 Uhr ins ewige Eis Grönlands. Eine Reise ins Eis machen Besucher auch am Stand von Norwegen in Halle 18. In einem mobilen Iglu erscheint das Naturschauspiel des Polarlichts durch 360-Grad-Rundumprojektionen zum Greifen nah.

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Der Botschafter der Malediven [links] und sein Pressesoprecher in Deutschland, Axel Kaus von Kaus Media Services

Einen großen Schritt auf der Karriereleiter können Besucher im ITB Career Center in Halle 11.1 machen. Etwa 50 Universitäten, Fachhochschulen, Berufsakademien, wissenschaftliche Institute und Dienstleister aus dem In- und Ausland informieren über Studiengänge und Wei-terbildungsangebote – auch „meine“ Studenten und Studentinnen der Hochschule für Wirt-schaft und Recht Berlin [HWR].

Auf die jüngsten Messebesucher warten im ITB Kinderland in Halle 3.1 Spielespaß und Aben-teuer. Das Labyrinth Kindermuseum begeistert mit einem Mitmach-Spektakel. An einem großen Basteltisch vertreiben sich die Kinder unter professioneller Aufsicht beim Basteln, Malen und Spielen die Zeit, während die Eltern über die Messe bummeln können.

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Dr. Martin Buck bei Interviews nach der ITB-Pressekonferenz

Und dann gibt es noch ChihiraKanae – ein Roboter von Toshiba, gekleidet als elegante Mes-sehostess. Er/sie weist Besuchern den Weg. Das wäre vor 50 Jahren nicht möglich gewesen.





Tagebuch: Malediven auf dem Weg zum nächsten Level – Abu Dhabi II

11 12 2014

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Auf dem Flug von Berlin nach Abu Dhabi entdeckte ich David Ruetz, den Leiter der ITB Berlin, im Flugzeug. Wir flogen mit zahlreichen anderen Teilnehmern zur Tagung des Deutschen ReiseVerbandes und freuten uns gegenseitig, uns zu sehen – und erinnerten uns an die DRV-Tagungen, die vor ein paar Jahren in türkischen Belek und in Ägypten stattfand. Damals wurden noch viel mehr Reden geschwungen als heute, viel mehr Reden und viel längere. Respektlos, wie ich manchmal bin, würde ich sagen: gelabert. Vor allem wurden die Tagungsteilnehmer mit Grußworten eingedeckt bis zur Halskrause. Grußworte von Funktionsträgern des Gastlandes, die niemand kennt und die niemals jemand wiederseht. In Ägypten bestand das Programm des Abschiedsabends fast zwei Stunden aus solchen Grußworten.

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David Ruetz [links, auf der ITB 2014, bei der Unterzeichnung des Vertrages mit der Mongolei, ITB-Partner 2015]

Jedes Mal, wenn David Ruetz und ich uns auf den Tagungen trafen, zählten wir die Grußworte auf, die jeder von uns inzwischen gesammelt hatten. Was David Ruetz im Flieger nicht verriet: Er hatte eine Top-Nachricht im Reisegepäck. Die verkündete er erst auf der Tagung: Das Partnerland des ITB Berlin im Jahr 2016 werden die Malediven sein. Der Vertrag zwischen der weltweit größten Reisemesse und den Malediven wird während der kommenden ITB im März feierlich unterzeichnet.

Dazu teilte die Messe Berlin in einer Pressemeldung mit: Erst 1972 öffnete sich das Land für den Tourismus. Heute gehören die Malediven auf dem Sektor des modernen Ökotourismus zu den erfolgreichsten Urlaubsanbietern weltweit und zählen inzwischen rund eine Million Gäste pro Jahr. Die Malediven sind für ihre paradiesische Schönheit und Natur sowie ihre faszinierende Unterwasserwelt bekannt. Das Inselreich am Äquator stellt für Taucher aus aller Welt das absolute Traumziel dar – und das zu jeder Jahreszeit. Denn durch seine geografische Lage herrschen das ganze Jahr milde Temperaturen zwischen 28 und 31 Grad Celsius.

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Die Fotos stammen aus dem Luxusresort Baros Maldives

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Seit 1984 sind die Malediven Aussteller der ITB Berlin. Ruetz: „Als Partnerland der ITB Berlin 2016 setzt der Inselstaat im Indischen Ozean ein klares Zeichen als aufstrebende touristische Destination.“ Mohamed Adam [Foto], stellvertretender Chef der Gesellschaft Maledives Marketing & PR, den ich in Abu Dhabi traf, drückte es so aus: „Die ITB ist die richtige Plattform, das Land auf den nächsten Level zu bringen.“ Vom deutschen Markt erwartet er von der Messe-Partnerschaft ein Gästeplus von acht Prozent. Der deutsche Markt, so betonte er, sei der zweiwichtigste. Und der wichtigste? China…





Tagebuch: Die ITB, die tut weh

7 03 2013

Donnerstag, 7. März 2013

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Der zweite Tag der ITB – meiner 41. – ist vorbei. Für uns vom Redaktionsbüro Schwartz war es schon der dritte. Denn nach der Eröffnungs-Pressekonferenz am Donnerstag gab es schon die ersten Pressekonferenzen, unser Büro in der Pressehalle 6.3 musste eingerichtet werden, es gab die erste Redaktionskonferenz des Teams, das tagtäglich Material für die „Tagesberichte“ zuliefert. Da gab es die erste Überraschung: Den täglichen Pressedienst gibt es nicht mehr, die Texte werden jetzt unter www.itb-berlin.de in den „Newsroom gestellt.

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Und so flitzten wir schon zwei Tage herum, fuhren mit dem Shuttle-Bus zum ICC, um Pressekonferenzen zu besuchen, eilten zurück, um zu schreiben, fuhren wieder mit dem Shuttle… Ein Hamsterrad ist nichts dagegen. Im Büro geht es zu wie in einem Taubenschlag. Freunde kommen vorbei, alte Bekannte, neue Kontakte. Reden, schreiben, reden. Dann wieder mit dem Shuttle…

3Das Büro ist wie immer wohnlich reingerichtet, Blumen, Süßigkeiten, Essen und Getränke. Auf einem Büroschrank  sind „Berlinchen“ ausgestellt [Foto links], wundervolle Berlin-Souvenirs von Susanne Dühmert – davon später mehr. Natürlich fehlt auch das übliche Büro-Equipment nicht. An der Wand hängen große Terminpläne.

Apropos Termine: Was wir an falsch verstandener Pressearbeit erleben, ist hanebüchen. Da liefert ein Land zur Pressekonferenz als Unterlage 62 Seiten Text. Wer soll das lesen? Und alles und jedes ist das Schönste und Größte. Sachsen-Anhalt erwähnt in der Überschrift zu einem Text vier Attraktionen, beschreibt im Text aber nur drei. Da sitzen bei den Ungarn fünf Leute auf dem Podium, und jeder redet und redet, bis einem der Kopf schwirrt. Auch bei den Bulgaren reden viele, sagen aber kaum Berichtenswertes. In der Presseunterlage sind nur Allgemeinplätze zu finden. Die Pressekonferenz der Türken beginnt mit 35-minütiger Verspätung.1

Diese Liste ließe sich endlos fortsetzen. Man könnte als Journalist auf dieser Messe depressiv werden.

Haben PR-Berater nicht mehr den Mut, ihre Auftraggeber daran zu erinnern, dass es sich hier um die Weltmesse des Tourismus handelt, auf der ein wenig, ein klitzekleines bisschen Niveau angesagt ist? Schweigen sie lieber aus Angst, sonst den Etat des betreffenden Landes zu verlieren?

Es gibt auch gute Beispiele. Zum Beispiel die Vorstellung der Kreuzfahrten-Analyse des Deutschen ReiseVerbandes [DRV]: kurz und knapp und knackig, kaum ein Wort zu viel, unter strikter Vermeidung jeglichen Allgemeinplatzes. Dazu ein Pressepapier, in dem auf gut zwei Seiten – nicht auf 20 – jede nur erdenkliche Frage beantwortet wird. So sollte jede Presseveranstaltung sein.

Die 47. Auflage der weltweit größten Reisemesse ist restlos ausgebucht. Die 26 Hallen des Messegeländes unter dem Funkturm sind komplett belegt. Wie Dr. Christian Göke, Geschäftsführer der Messe Berlin, auf der Eröffnungs-Pressekonferenz betonte, hat es noch nie so viele doppelstöckige Stände gegeben wie in diesem Jahr. Um ihren enorm gewachsenen Platzbedarf zu befriedigen, bauen zahlreiche Aussteller in die Höhe. Allein Indonesien, diesjähriges Partnerland der ITB Berlin, ist mit 120 Ausstellern vertreten.

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Insgesamt präsentieren sich 10.068 ausstellende Unternehmen aus 180 Ländern auf 160.000 Quadratmetern. Als neues Land ist der seit Juni 2011 unabhängige Staat Südsudan auf der ITB Berlin vertreten. Schon im Vorfeld der Messe viel diskutiert wurde eine wesentliche Neuerung: Zum ersten Male kann das Privatpublikum am Wochenende bei den Ausstellern direkt Reisen buchen. „Das ist ein Experiment“, versicherte Christian Göke, „wir werden die Erfahrungen nach der ITB Berlin sorgfältig auswerten und dann entscheiden, wie es weiter geht.“ Auch wir vom Redaktionsbüro Schwartz sind gespannt.





Tagebuch: scharfe Geschosse

13 12 2012

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Von wegen Duft der großen weiten Welt. Scharfe Geschosse zischen im Vorfeld der nächsten ITB Berlin durch die Atmosphäre. Der Grund der Aufregung: Die Messe hat beschlossen, an den beiden Publikumstagen der größten Reisemesse der Welt Reiseverkäufe zuzulassen. Mit anderen Worten: Die Besucher können an Ort und Stelle direkt buchen.

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Na und? Warum Aufregung?

Wer so fragt, hat die Rechnung ohne den Deutschen ReiseVerband gemacht. Der verschickte heute eine geharnischte Pressemeldung zum Thema. Überschrift: Unverständnis über ITB-Entscheidung, Unterzeile:  Kritik an Votum über Reiseverkauf auf der Fachmesse in Berlin. Und dann heißt es: Der Vertrieb im Deutschen ReiseVerband (DRV) reagiert mit Unverständnis auf die Entscheidung der Messe Berlin, während der Publikumstage der ITB Berlin den Verkauf von Reisen zu ermöglichen.333 „Über dieses Votum haben wir aus der Presse erfahren. Weder der ITB-Fachbeirat noch der DRV wurden über diesen Beschluss offiziell informiert“, wundert sich Otto Schweisgut [Foto unten links], der Sprecher des Vertriebs im führenden Branchenverband der Touristik. Der Vertrieb im DRV hat bereits mehrfach – zuletzt im Oktober 2012 – vehement gegen das Vorhaben der Messe protestiert.

Und warum? „Der Vertrieb befürchtet aufgrund der großen medialen Aufmerksamkeit der Messe eine deutschlandweite Diskussion über Rabatte in der Reisebranche, die den Kampf des DRV gegen Rückvergütungen konterkariert. Aggressiven Messerabatten für die Kunden wird damit Tür und Tor geöffnet. Zudem würden Marktteilnehmer vom Wettbewerb ausgeschlossen. Dazu zählen zum Beispiel alle Nicht-Berliner Reisebüros, für die der Aufwand einer Beteiligung viel zu groß ist, und Reisebüros, für die am Ende kein Standplatz mehr zur Verfügung steht.

e33b7241beUnd dann philosophiert der Lobbyist über den Sinn der ITB Berlin – den er durchaus anders interpretiert als die Messegesellschaft: „Die ITB ist in erster Linie eine Fachmesse, die dem Austausch, der Kontaktpflege und dem Anbahnen von Geschäften dient. Sie bietet hervorragende Möglichkeiten zur Diskussion über neueste Entwicklungen und aktuelle Themen und setzt alljährlich neue Trends in der Touristik – das ist die Aufgabe einer Fachmesse“, hebt der DRV-Vizepräsident zum wiederholten Male hervor. Die Publikumstage am Wochenende hingegen sollen Lust auf Urlaub machen. „Eine fundierte Fachberatung wie sie im Reisebüro üblich ist, kann im quirligen Messetreiben nicht realisiert werden. Kunden wird suggeriert, dass der Reisepreis verhandelbar wäre. Sie werden kein Verständnis dafür haben, dass auf einer Messe ein Rabatt gewährt wird, den es im Reisebüro nicht gibt“, betont Schweisgut.

444Die böse, böse Messegesellschaft. Oder doch nicht? Diese hält in einem Statement  zum Thema fest: Unser Anliegen ist es, die Attraktivität der ITB Berlin für Privatbesucher und Aussteller am Wochenende weiter zu steigern. Zu den zielführendsten Maßnahmen zählt unserer Meinung nach der Verkauf von Reisen an die Privatbesucher. Von dieser Maßnahme profitieren nicht nur Privatbesucher, sondern auch unsere Aussteller sowie Reisebüros in ganz Deutschland.

Laut einer Umfrage unter den Ausstellern der ITB Berlin 2012 sprechen sich über 50 Prozent der Befragten für einen Verkauf am Wochenende aus. Darüber hinaus wünschen sich viele Fremdenverkehrsämter, zahlreiche deutsche Landesmarketingorganisationen sowie das Corps Touristique, am ITB-Wochenende Reisen an Privatbesucher verkaufen zu dürfen. Auch Aussteller der ITB Berlin, die als mittelständische Reiseveranstalter im DRV organisiert sind, befürworten den Verkauf.

Und:  Mit Blick auf andere Reisemessen wie die CMT, Hamburg Reisen, f.r.e.e. München wird deutlich, dass der Verkauf von Reisen den Abverkauf des stationären Vertriebs deutlich stärkt. Die Erfahrungen anderer Tourismusmessen im In- und Ausland zeigen, dass regionale Reisebüros durch den Messeverkauf eine zusätzliche und wichtige Erlösquelle erhalten, die gerade in Zeiten von Konkurrenz durch Internetbuchungen immer wichtiger wird. Reisebüros wird mit dem Messeverkauf auf der ITB Berlin eine zusätzliche Option eingeräumt, sich einem breiten Publikum zu präsentieren und Reisen direkt zu verkaufen. Undsoweiter.

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Na, auf welcher Seite stehen Sie jetzt/stehst Du jetzt? Ich habe mir meine Meinung gebildet. Die Messe musste dringend etwas für die Aufwertung der beiden Privatbesuchertage tun. Dass das einigen Reisebüros nicht schmeckt, verstehe ich. Aber ich hätte an Stelle des DRV den Ball flacher gehalten. Deutlich flacher…





Tagebuch: Studierte Weltenbummler

29 08 2012

Mittwoch, 29. August 2012

Es ist noch lange hin bis zur Internationalen Tourismusbörse, der ITB Berlin, im März kommenden Jahres. Doch sie stellt rund 30 Studentinnen und Studenten der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin [HWR] schon jetzt vor konkrete Aufgaben: Sie bereiten den Auftritt ihres Studiengangs BWL/Tourismus auf der größten Tourismusmesse der Welt vor. Drei Gruppen kümmern sich um das ITB-Projekt: die Standgruppe [im Foto links: deren Sprecher bei der Diskussion erster PLäne], die Marketinggruppe und die Pressegruppe. Sie müssen ein hohes Tempo vorlegen: Erst vergangene Woche fiel der Startschuss – und schon in vier Wochen müssen sie ihre Arbeiten präsentieren. Eine mündliche Prüfung zum Thema wird folgen. Die Studentinnen und Studenten sind mit Elan bei der Sache.

Die Sprecherin der Pressegruppe beim Vortrag des Planungsstands

Das ist der Clou beim Dualen Studium: Alle drei Monate wechseln die Studierenden zwischen der Hochschule und dem Ausbildungsbetrieb, dem Berliner Hotel Adlon zum Beispiel, visitBerlin, dem Kongresshotel Potsdam oder dem Hotel Neptun in Warnemünde. „Erlernte Studieninhalte werden sofort in der Praxis angewandt und erprobt“, heißt es zu dem systematischen Wechsel zwischen Hochschule und Partnerbetrieb in einem Flyer der HWR, „ebenso fließen Praxiserfahrungen in die Lernprozesse ein.“ Wer sich für den Dualen Studiengang BWL/Tourismus an der HWR entscheidet, steigt also gleichzeitig in Theorie und Praxis ein.

Nach drei Jahren hat er oder sie nicht nur den akademischen Grad Bachelor of Art erworben, sondern sind auch fit für den Tourismusjob. Neben den allgemeinen Fächern eines betriebswirtschaftlichen Studiums wie BWL, VWL, Rechnungswesen oder Recht werden im Studium fachspezifische Kenntnisse in allen Bereichen der Tourismusbranche vermittelt – im Hotelmanagement, im Reiseveranstalter-/Mittlermanagement und in der öffentlichen Tourismuswirtschaft. In allen Bereichen werden auch ausgewählte Aspekte des Event-Managements behandelt. Leiter der Fachrichtung BWL/Tourismus an der HWR Berlin ist Prof. Dr. Jörg Soller [Foto oben].

Zurück zum ITB-Projekt: Die Studentinnen und Studenten [rechts im Foto: die Sprecherin der Marketinggruppe]sind im fünften Semester. Im sechsten, ab Mitte Februar kommenden Jahres, wird es dann ernst – auch mit dem ITB-Projekt. Ich werde darüber noch so manche Tagebuch-Notiz posten. Schon jetzt steht einiges fest – zum Beispiel, wie die Studenten für Hochschule, Duales Studium und ITB-Auftritt werben, wie groß der Stand sein wird und dass es ein Pressegespräch geben wird. Auch auf ein Motto haben sich die drei Gruppen geeinigt: Studierte Weltenbummler.