Notizbuch: Mit Jax gegen Fachkräftemangel

4 10 2018

Donnerstag, 4. Oktober 2018

Wie Klein-Jax [„Einstein“] zum Ende des Nachwuchskräftemangels beitragen soll, hat der Papa Steve Hanke zu Papier gebracht. Steve ist Studierender BWL/Tourismus der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin [HWR] und Mitglied der Pressegruppe zur ITB 2019. Hier der Bericht:

Steve Hanke, 33 Jahre jung, will es noch einmal wissen. Nach seiner Berufsausbildung zum Hotelfachmann und mehr als 15 Jahren Berufserfahrung in der Hotellerie und Gastronomie hat er sich entschlossen, noch einmal zu studieren. Beim Dualen Studium BWL/Tourismus an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin bekommt er regelmäßig viele Fragen gestellt. Fast immer ist die richtige Antwort: Facharbeitermangel.

„Kaum zu glauben“, sagt sich Steve Hanke, „Ich habe doch erst vor kurzem nochmals mit meinem Sohn Jax für Nachwuchs gesorgt…“ Zwei eigene Kinder gehören zu seinem Repertoire und ein weiteres Kind von seiner Verlobten. Diese zu einer eingeschworenen Tourismus-Patchwork-Familie zu machen, ist nun sein Ziel.

Wie das geht? „Einfach mit Freude zur Arbeit gehen und den Tourismus mit all seinen Facetten vorleben!“, strahlt Steve Hanke. Für ihn hat der Beruf so viel Wunderbares. „Da Urlauber entspannen und der Hektik entfliehen wollen, lernt man die Menschen auf eine ganz besondere Weise kennen.“, sagt auch seine Verlobte, Elise.

Es gibt allerdings auch Schattenseiten im Beruf. Schichtarbeit und Überstunden gehören oft dazu. Aber resultieren Überstunden nicht gerade aus dem Facharbeitermangel und daraus, dass es somit nicht genügend Personal gibt?

Mit Jax gibt`s nun den neuen Star am Tourismushimmel. Er soll dem Nachwuchskräftemangel entgegenwirken. Ob das funktioniert? Zumindest besticht er schon jetzt durch seinen außergewöhnlichen Humor und seine einzigartige Ausstrahlung. Sein tourismusspezifisches Fachwissen und Trends zur Digitalisierung oder Nachhaltigkeit im Tourismus, bekommt er von seinem Vater vermittelt. Steve Hanke: „Und wer weiß, vielleicht wird Jax rechtzeitig fit für die große ITB Berlin?“

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Notizbuch: frisch, freundlich, fröhlich – fulminante ITB-Eröffnungsgala

7 03 2018

Mittwoch, 7. März 2018

Meckerer gibt es immer und überall. Kam doch ein Kollege nach dem Ende der ITB-Eröffnungsfeier zu mir und wetterte: „So, jetzt wissen wir es. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es nur junge Leute mit schönen Körpern…“ Ja, was hätte denn das diesjährige Partnerland der ITB Berlin – zum ersten Mal ein deutsches Bundesland! – zu seiner Eröffnungsshow bringen sollen? Ein Rollator-Ballett? Knorrige alte Männer, die in ewiger Sprachlosigkeit verharren? Zickige Landbewohnerinnen, denen alles Fremde ewig fremd bleibt? Nein, das Partnerland hat die unlösbar scheinende Aufgabe gut gelöst – und ein junges, frisches, freundliches, fröhliches Gastland vorgestellt. Chapeau!

Ich muss zugeben: Ich hatte etwas anderes erwartet. Nämlich Deutschtümelndes, ewige Männerchöre, ein Preisen der Schönheit des Reiselandes bis zum Wegdämmern. Aber geboten wurde eine Einheit aus Licht und Ton und Musik, aus kurzweiliger Moderation und kurzen [!] Reden prominenter Politiker. Schon die Moderation: Tagesschau-Moderatorin Judith Rakers und Tobias Woitendorf, stellvertretender Geschäftsführer [und Leiter Marketing und Kommunikation] des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Beide moderierten gemeinsam oder einzeln, kurz, durchaus knackig und – auf Englisch.

Ein wenig verwirrt hat mich lediglich Judith Rakers‘ Kleid, das mir aus der Takelage eines Küstenseglers zusammengeschneidert schien. Was wichtig war: Beide hatten sich ihre Sätze gut überlegt und boten kein aufgesetzt-heiteres Moderieren, wie es in Rundfunk-Morgensendungen üblich ist.

Ich verzichte darauf, alle Programm-Bestandteile aufzulisten – die Artisten und die DJs, die Models und die Philharmoniker. Hinreißende Film- und Fotoaufnahmen bildeten den Hintergrund. Und die Redner, ich fasse es nicht, fassten sich kurz. Darunter war auch die Nochundbaldwieder-Bundeskanzlerin Merkel – auch sie kurz gefasst, humorvoll. Zum ersten Male habe ich – durch die Kamera eingefangen und auf Großleinwand gebracht – festgestellt, was für wunderschöne blaue Augen die Dauerkanzlerin hat.

 

 

 

 

 





Notizbuch: Begegnungen

31 12 2017

Sonntag,  31. Januar 2017

Oft sind sie nur die Flüchtigkeit weniger Minuten. Mitunter aber sind sie der Beginn – oder das immerwährende Ritual – einer langjährigen Freundschaft: Begegnungen. Sie machen den Beruf eines Reisejournalisten besonders spannend. An ihnen war das abgelaufene Jahr sehr reich. Eine Auswahl…

Januar: In der Markthalle von Madeiras Hauptstadt Funchal bin ich diesem Kind begegnet. Schau her, was für eine große Puppe ich habe, sagte es, ohne Worte zu gebrauchen. Wir sind uns mehrfach zwischen den Marktständen über den Weg gelaufen. Und immer hielt das Mädchen die Puppe hoch: schau!

Diese drei lebhaften Ladies saßen mir im Februar während einer Reise nach Agadir gegenüber. Ihrem – Pardon! – gutgelaunten Geschnatter zuzuhören, war ein Vergnügen. Habe die Ehre, von links nach rechts: die Reisejournalistinnen Antonia Kasparek, Katharina Eppert, Marita Trinius. Die Begegnung mit Kolleginnen und Kollegen sind noch der erfreulichste Bestandteil einer jeden Pressereise.

Auf der ITB Berlin im März: Noch einmal drei Ladies – Claudia Stöhr, Areti Prinou und Maria Zarnakoupi [von links] von der Griechischen Zentrale für Fremdenverkehr. Areti habe ich auf einer Athen-Reise im Oktober 2016 kennengelernt und auf der ITB wiedergesehen.  Inzwischen ist sie stellv. Leiterin der Griechischen Zentrale für Fremdenverkehr in Frankfurt und zählt längst für mich in meinem Beruf zu den wichtigsten  Menschen – und auch über den Beruf hinaus.

Zur Documenta war ich im April in Athen. Dort traf ich im kleinen, aber feinen Herakleidon Museum, das sich den Themen Wissenschaft, Kunst und Mathematik widmet, Eleni Nomikou, die Chefin [rechts], und Elpida Mezilli, ihre Assistentin. Beide brennen für ihre Aufgabe.

Peter Becker, ein Uralt-Freund. Nicht uralt an Lebensjahren, sondern unsere Freundschaft reicht weiter zurück, als wir uns an deren Beginn erinnern können. Im Mai trafen wir uns wieder, um Pläne zu schmieden. Dass sie sich nicht realisieren ließen, lag nicht an uns.

Nach 53 Jahren besuchte ich im Juni mal wieder Paros, die wunderweiße Kykladeninsel. Mit mir reiste Maria Menzel, eine Kollegin. Es waren spannende Tage eines gemeinsamen Projekts. Für solche Begegnungen lohnen sich alle Mühen des Selbständigseins.

Eine meiner interessantesten, ertragreichsten Dienstreisen in 45 Jahren führte mich im Juli in die Grimme-Heimat nach Nordhessen. Im Tierpark Sababurg traf sich auf Uwe Kunze – so brav-bürgerlich heißt dieser späte Hippie. Mit einem Bein steht er in Deutschland, mit dem anderen in Schweden. Uwe unterhält im Tierpark ein waschechtes Lappen-Lager mit zahlreichen Rentieren. Er ist Chef der Firma Renrajd Vualka.

August: Nächtliche U-Bahn-Heimfahrt nach einem Spargelessen bei Kristiane Klemm, früher Institut für Tourismus der FU Berlin: Prof. Dr. Horst Kleinert, der frühere Studienleiter, umrahmt von zwei Ex-Studentinnen. Rechts Margherita Bozzano, links Gabi Hartmann. Vor vielen Jahren hat Gabi, eine liebe Freundin, halbtags in meinem Redaktionsbüro mit  gearbeitet und danach viele Jahre beim Deutschen Seminar für Tourismus auch meine Presseseminare betreut.

Der Deutsche Reiseverband [DRV] lud im September eine Schar Journalisten – darunter auch mich – nach Ras Al Khaimah ein, dem diesjährigen Austragungsort der DRV-Jahrestagung. Solche Journalisten-Vorreisen haben Tradition. Mit von der Partie: Heidi Diehl, meine Lieblingskollegin. Das schreibe ich NICHT, weil ich den einen oder anderen Beitrag für ihre Reiseseiten in der Tageszeitung „Neues Deutschland“ schreiben darf.

65 wurde er im Oktober, aber er sieht aus wie Anfang 50: Prof. Dr. Jörg Soller, Fachleiter des Dualen Studienganges BWL/Tourismus an  der Hochschule für Wirtschaft und Recht [HWR] Berlin. Hier bespricht er gerade mit Studierenden eine Hotel-Machbarkeitsstudie. Wegen meiner Lehraufträge begegne ich ihm nicht nur einmal im Jahr, sondern häufig – ich wage zu sagen: zur gegenseitigen Freude.

Aus Anlass seiner Programmvorstellung war ich im November mit dem Reiseveranstalter Öger Tours in Ägypten. Dort hat dieser Berber-Junge, 10 Jahre und stolz, großen Eindruck auf mich gemacht.

Zwei, die dafür sorgen, dass die Reisebranche das Thema Nachhaltigkeit nicht aus den Augen verliert: Lucienne Dam [von links, stellv. Vorsitzende der Nachhaltigkeits-Initiative Futouris e.V., Umweltmanagerin von TUI Cruises und diesjährige EcoTrophea-Preisträgerin] und  Anja Renner, Senior Manager Projekte & Kommunikation bei Futouris. Ein Schnappschuss auf dem Abschiedsabend zur DRV-Tagung in Ras  Khaimah am 9. Dezember.