Notizbuch: Hellas im Höhenflug

9 04 2019

Auch 2019 wird wieder ein Griechenland-Rekordjahr

2018 war das beste Jahr in der Geschichte des griechischen Tourismus. Die Zahl der Ankünfte – inklusive der Kreuzfahrten – hat die 33 Millionen-Grenze überschritten. Dies in einem Jahr, „in dem sich unsere Nachbarziele erholt haben“, wie die griechische Tourismusministerin Elena Kountoura betont.

Im zweiten Jahr hintereinander betrug das Plus der Deutschen, die nach Griechenland reisten, 18 Prozent. 4,4 Millionen Deutsche wählten Griechenland zum Urlaubsziel. 2019 wird, davon ist die Ministerin [kleines Foto] überzeugt, „wieder ein großartiges Jahr für den griechischen Tourismus“.

Deutsche Veranstalter blicken auf die bevorstehende Saison mit leicht, aber wirklich nur leicht gedämpften Optimismus. Sollte 2019 dennoch wieder ein Griechenland-Rekordjahr werden, sind sie darauf gut vorbereitet: Die meisten haben ihr Portfolio ausgebaut, einige sogar kräftig. Durch das Wiedererstarken der Türkei habe sich „die Nachfrage in diesem Jahr wieder normalisiert“, sagt Halina Strzyzewska, Leiterin des TUI-Produktmanagements Östliches Mittelmeer. Dennoch rechnen die Hannoveraner offensichtlich mit gigantischen Buchungszahlen. Denn TUI hat für den Griechenland-Sommer 2019 „das größte Hotelportfolio aller Zeiten“ (Strzyzewska) aufgelegt, 4.600 Hotels, 150 mehr als im Vorjahr.  Allein über 100 Flüge von TUI fly wöchentlich haben Kreta zum Ziel. Wie alle Veranstalter hat auch TUI kleinere Ziele wie Kalamata oder Kavala im Programm, die „erfreulich“ laufen.

Thomas Cook Signature und Neckermann Reisen bieten auch – erstmals -„kleinen Griechen“ wie Skiathos und Skopelos an. Insgesamt sind 350 griechische Hotels in den Katalogen von Neckermann Reisen, Thomas Cook Signature und Signature Finest Selection buchbar, dazu kommen noch systemisch buchbare Hotels.  Gegenüber dem Vorjahr verzeichnen die Veranstaltermarken „eine etwas spätere, aber konstante Buchungsnachfrage“, so Produktmanagerin Sabine Näcker.

Korfu, das Festland und Samos sind derzeit bei FTI die Topseller. Das Hotelangebot ist um 15 Prozent erweitert worden, vor allem auf Korfu. Aktuell freut sich Produktmanager Alexander Wefers bei Schauinsland Reisen nach einem leichten Minus-Start darüber, dass die Gästezahlen für Hellas „bereits fast auf Vorjahresniveau liegen“ – und das war „sensationell“.

Kreta ist immer noch ein Topseller

Auch bei DER Touristik gibt es – bei einer um zehn Prozent erhöhten Bettenkapazität – voraussichtlich keinen Rückfall unter das Vorjahres-Ergebnis. Besonders für Rhodos und Samos werden starke Buchungs-Zuwächse registriert; laut Orestis Raxenidis, Director Griechenland, entwickeln sich auch Kos und Korfu positiv. Griechenland hat bei Alltours in den zurückliegenden sechs Jahren jeweils ein zweistelliges Gästeplus erzielt. Auch im Sommer 2019 knüpft das Land an das hohe Niveau an. Besonders stark gefragt sind die Inseln Rhodos und Kos mit hohen einstelligen Zuwachsraten. „Kreta und Korfu haben die hohen Vorjahreszahlen noch nicht vollständig erreicht“, räumt Oliver Grosse Kleimann ein, der Leiter Produktmanagement. Alltours geht mit 731 Hotels ins Rennen – immerhin 148 mehr als im Vorjahr.

Auch Studienreisen-Anbieter profitieren vom Hellas-Boom. Basierend auf dem extrem guten Vorjahr, das ein Gästeplus von 43 Prozent brachte, halten Studiosus/Marco Polo Reisen die Zahlen stabil. Gebeco hat acht neue Reisen aufgelegt und verbucht derzeit ein zweistelliges Plus. Das bedeutet, dass der Veranstalter die Erfolge der letzten Jahre wiederholt.

Mein Bericht – leicht verändert und auf die Konkurrenz Griechenlands zur Türkei getrimmt sowie ohne die Fotos – war Basis für die Titel-Story der Ausgabe 13/2019 vom 8. April der Fachzeitschrift touristik aktuell

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Notizbuch: Ganz Korfu all inclusive?

25 11 2018

Sonntag, 25. November 2018

Als vor Jahrzehnten die All Inclusive-Angebote aufkamen, waren sich Reiseveranstalter und Gastgeber in Hellas schnell einig: Diese Variante der Pauschalreisen wird in Griechenland kaum Erfolg haben. Viel zu kleinteilig sei das Angebot, viel zu viele Tavernen hätten sich rings um die Hotels angesiedelt und lockten die Urlauber aus den Resorts. Beide Seiten haben sich geirrt. Schon längst tragen viele Hellas-Angebote den All Inclusive-Stempel.

Dabei treiben es die luxuriösen Ikos Resorts auf die Spitze. In den zwei Anlagen auf der Halbinsel Chalkidike und dem im Mai dieses Jahres eröffneten Resort Ikos Dassia auf Korfu – ein viertes Resort wird im kommenden Jahr auf Kos aufgemacht – lässt das „Infinite Lifestyle“-Konzept kaum einen Wunsch offen: Mit Spitzengastronomie, Rundum-Service, vielen Aktivitäten und Wellness-Arrangements werden die Resorts dem Begriff all inclusive völlig gerecht. „Wir erhalten Buchungen von Gästen, die sonst nur die Karibik buchen“, freut sich denn auch Andreas Andreadis, Chef der Ikos-Gruppe.

Mit all inclusive treiben es die Ikos Resorts – hier  das neueste Resort, Ikos Dassia auf Korfu – auf die Spitze

Andreadis [kleines Foto unten] ist sich der Gefahr eines perfekten All Inclusive-Angebots bewusst: Dass die Gäste das Resort kaum verlassen. Um das zuzulassen, ist er viel zu sehr Grieche, der sein Land – und vor allem die griechischen Inseln – liebt. So hat er mit seinem Team das „Lokal Discovery“-Konzept entwickelt. Es soll „die Gäste ermutigen, Korfu und seine Kultur auf eigene Faust zu entdecken“ (Andreadis). Es wurden 30 Kleinwagen der Marke Mini Cooper angeschafft, die jeweils einmal pro Aufenthalt den Gästen kostenlos für einen Tagesausflug zur Verfügung stehen. Damit sie auch die schönsten Punkte der Insel finden, werden die Urlauber von einer Ikos-App geführt.

Auch ein Museumspass wird den Gästen angeboten, dies ebenfalls kostenlos. Er erschließt das Museum Kapodistrias, das Landhaus des ersten Präsidenten Griechenlands, das Museum Casa Parlante, ein Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert, und das Antivouniotissa Museum, ein byzantinisches Museum in einem Kirchengebäude aus dem 15. Jahrhundert. Es fehlt das meistbesuchte Museum der Insel, das Achilleion, jener Palast, den die Kaiserin Elisabeth von Österreich („Sisi“) erbauen ließ. „Wir weiten unser ‚Lokal Discovery‘-Programm immer mehr aus“, versichert Andreas Andreadis.

Korfu-Stadt: Hier soll es noch viel mehr All inclusive-Angebote geben

Wer das vorher anmeldet kann als Ikos-Gast auch in einem lokalen griechischen Restaurant ohne Zuzahlung tafeln. Das ist beispielsweise in der Edel-Taverne „Rex“ in Korfu-Stadt möglich, in der Taverne „Karyda“ in Dassia und im „Vido Island“-Restaurant auf der gleichnamigen Privatinsel, die in 15-minütiger Speedboot-Fahrt von Dassia aus zu erreichen ist. Die lokalen Partner des Resorts Ikos Dassia unterliegen einer strengen Qualitätskontrolle des Resorts. Deshalb ist es nicht einfach, das Dine-out-Angebot ohne weiteres auszuweiten. Dennoch hat Andreas Andreadis große Pläne: „Ich will die ganze Insel Korfu all inclusive machen.“

Mein Bericht über Korfu und die Ikos-Pläne ist in touristik aktuell, Ausgabe 43/2018 vom 5. November 2018 erschienen.