Notizbuch: Buntes Pallas Athena

4 08 2019

Was das Athener Boutiquehotel der Grecotel-Gruppe von „normalen“ Hotels unterscheidet

Sonntag, 4. August 2019

Nie habe ich die Hotels gezählt, in denen ich auf meinen Reisen übernachte. Wahre Paläste waren darunter und manche Häuser, die nur den Titel „Bruchbude“ verdienen. Irgendwann fiel mir auf, dass ich noch nie in einem der Hotels untergekommen war, die als Boutiquehotels bezeichnet werden. Bei meinem letzten  Athen-Aufenthalt holte ich das nach. Im Pallas Athena Hotel der Grecotel-Gruppe war in der Tat alles anders als in „normalen“ Hotels. Aber war es auch besser?

Eine Prise Warenkunde: Der in den 80-er Jahren aufgekommene Begriff Boutiquehotel ist nicht geschützt. Im allgemeinen versteht man darunter kleinere Hotels mit weniger als hundert Betten. Ganz schnucklige haben nur zwei Dutzend Zimmer. Aber es gibt auch Boutiquehotels, die von ihrer Größe her diese Bezeichnung kaum noch verdienen. Es ist eine Qualitätsbezeichnung. Gäste erwarten von Boutiquehotels eine qualitativ hochwertige Ausstattung und einen entsprechenden Service. Dieser soll auch noch höchstindividuell sein. Kurz: ein Eiertanz.

Zu den Grecotels: Das ist eine Gruppe von 27 Hotels in ganz Griechenland – von Athen bis Rhodos und Kos. Allein acht Häuser bzw. Anlagen liegen auf Kreta. In einigen Urlaubshotels habe ich schon gewohnt. Sie sind ausgezeichnet, mir [als Privatmann Horst Schwartz] aber meist zu groß. Jetzt also ein Boutiquehotel.

Zum Namen: Athena oder Athene [römisch: Minerva] ist die Göttin der Weisheit. Sie hatte noch einige Nebenjobs, war beispielsweise Göttin des Kampfes und Göttin der Kunst und Schutzgöttin der Stadt Athen.  Ihr bedeutendstes Heiligtum in der griechischen Antike war der Parthenon-Tempel auf der Akropolis – somit passt der Name gleich doppelt zu einem Hotel in Athen. Die Bedeutung des Beinamens „Pallas“ kannte ich nicht und habe im Internet nachgeschaut – hier ein Auszug aus dem Ergebnis via Wikipedia:  Pallas ist eine Figur aus der griechischen Mythologie. Sie war die Tochter des Meeresgottes Triton und einer unbekannten Mutter. Pallas und die Göttin Athene, eine Tochter des Zeus, wurden gemeinsam von Triton aufgezogen. Als Pallas und Athene im Spiel mit Schwert und Schild gegeneinander kämpften, bekam Zeus Angst um seine Tochter Athene und hielt die Aigis, einen Schild aus Ziegenfell, vor Pallas. Diese erschrak darüber so sehr, dass sie Athenes Schwerthieb zu spät bemerkte und tödlich verwundet wurde. Athene war über den Tod ihrer Gefährtin so traurig, dass sie Pallas’ Namen von nun an vor ihren eigenen setzte und sich nur noch Pallas Athene nannte. Eine schöne Geschichte.

Das Grecotel Pallas Athena wurde 2004 erbaut und 2013 von Kopf bis Fuß renoviert. Das Haus hat 63 Zimmer – davon fünf Familienzimmer – in der Größe zwischen 24 und 65 Quadratmetern. Unschön ist die Lage des Hauses am Kotzia-Platz mitten in Athen, nur einen Steinwurf vom Omoniaplatz entfernt [und damit mit bester U-Bahn-Anbindung]. Die Gegend ist seit Jahren abgestürzt und zeigt das ganze Elend Griechenlands der letzten zehn Jahre. Ich bin wirklich kein ängstlicher Mensch, aber hier habe ich mich beim abendlichen Restaurantbesuch oder beim Heimkommen alles andere als wohl gefühlt. Zehn Fußminuten entfernt liegt der Syntagmaplatz mit Parlament, Luxushotels und dem ganzen pulsierenden Innenstadtleben Athens.

Freundlich, herzlich werden Gäste im Pallas Athene begrüßt. Alles ist hell und farbenfroh gestaltet in diesem Hotel. Farben und Figuren prägen das Bild. In manchem Zimmer wird die Malerei auf die Spitze getrieben und von einigen Gästen – wie Hotelbewertungs-Portale zeigen – nicht akzeptiert. Doch den meisten gefällt’s, mir auch. Ich wohne in einer 5o Quadratmeter großen Suite, die wie alle Räume originell ausgestattet ist: Nur eines fehlt – so etwas wie ein Schreibtisch oder überhaupt ein Tisch, auf dem ich mein Laptop plazieren kann. So schreibe ich meine Notizen auf dem Bett…

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