Notizbuch: die Visitenkarte

24 06 2017

Nur wer Peter Henleys Visitenkarte umdreht, bekommt eine Ahnung davon, wer ihm gegenüber sitzt. Denn da sind die Marken der thailändischen Onyx Hospitality Group aufgelistet: Amari, Ozo, shama, Safron, Oriental Residence und The Mosaic Collection. Der freundliche Herr mit der sanften Stimme, President & CEO von Onyx, ist Chef von 6000 Mitarbeitern, davon allein 220 in den Büros der Gruppe in Bangkok, wo auch Henleys Chefsessel steht, Hong Kong, Singapore, Dubai, Gurgaon and Shanghai.

Von Hause aus ist der Super-Manager Rechtsanwalt – mit jetzt 30-jähriger Berufserfahrung in der Hotellerie. Für Raffles hat er schon gearbeitet und für Holiday Inn Worldwide, bei Onyx ist er seit 2008 der Chef. Die Vier-Sterne-Marke Amari, seit 15 Jahren auf dem Markt, ist die bekannteste. Ozo ist eine „Select Service“-Marke im Dreieinhalb-Sterne Segment, die vor fünf Jahren in Hongkong anfing und sich heute über China und Indien erstreckt. Die luxuriöse Serviced Apartments-Marke shama liegt im Bereich Viereinhalb-Sterne, startete ebenfalls in Hongkong und ist am häufigsten in China anzutreffen.

„Ozu und shamal werden wachsen“, sagt Peter Henley. Und wenn er „wachsen“ sagt, dann meint er auch wirklich: wachsen, und das mit hoher Geschwindigkeit. Zur Zeit eröffnet die Onyx Hospitality zehn neue Hotels, darunter ein Ozo-Haus in Vietnam und das erste Amari in Malaysia. Das Amari Johor Bahru (242 Zimmer) liegt an der Grenze zu Singapur. Am 1. Juli empfängt das Amari Galle Sri Lanka (172 Zimmer) die ersten Gäste, auch hier das erste Haus der Marke auf der Insel. Mit dem Amari Yangshuo Guilin in Südchina startet Amari in China. „Wir wollen Marktführer in Asien sein“, betont der CEO, und er lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass dies ein Nah- und kein Fernziel ist. Unter den drei Marken Amari, Ozo und shama betreibt Onyx derzeit 42 Häuser in acht Ländern. Bis 2024 will das Unternehmen die Leitung von 99 Hotels und Resorts übernommen haben.

Dabei will die Gruppe auch im Arabischen Golf Fuß fassen. Nach der Eröffnung des ersten Hauses in Qatar, dem Amaria Dohan, „planen wir auch Dubai“ (Henley). Und Europa? „Auch da haben wir Pläne“, sagt Henley und lächelt sein typisches Lächeln, das ihn so sympathisch erscheinen lässt – „aber erst in ein paar Jahren“. Deutschland, so betont der Onyx-Präsident, sei einer seiner stärksten Quellmärkte. Und die Zusammenarbeit mit den deutschen Reiseveranstaltern sei „eng“. Aus Peter Henleys Mund ist das ein großes Kompliment. Kaum vorstellbar, dass sich der Hotelmanager von dem Geschäft, dass er mit Hoch- und Nachdruck betreibt, bald zurückziehen wird: Ende Juni geht er in Ruhestand.

Advertisements