Notizbuch: Max, Du hast Tourismus raus

8 08 2019

Max Hübner: Porträt eines außergewöhnlichen Touristikers

Donnerstag, 8. August 2019

Regelmäßige Leser meiner Blog-Notizen kennen das schon: „Studierte Weltenbummler“ nennen sich die BWL/Tourismus-Studierenden der Hochschule für Wirtschaft und Recht [HWR Berlin]. Unter diesem Markenzeichen treten sie auch zur ITB Berlin mit einem eigenen Stand auf. Einer der vier Dozenten, die das Projekt betreuen, ist Max Hübner.

Max sieht jünger aus, als er ist: Er wird diesen Monat 31. Noch vor ein paar Jahren war er selbst dualer Student der Fachrichtung BWL/Tourismus an der HWR. Er fiel auf: Stets freundlich, engagiert, fleißig. Was ihm am Studium am besten gefallen hat? Hier seine Antwort [kursiv]: Wie du vielleicht weißt, habe ich vor allen meinen Tätigkeiten in Sachen Studium und Marketing eine klassische Ausbildung im Reisebüro absolviert. Ich finde, so richtig Spaß macht ein Studium erst, wenn du deine täglichen Aufgaben in einem Beruf dadurch hinterfragen kannst, Sachen optimierst und aufgrund der Kombination aus Theorie und Praxis, bessere Lösungsansätze unterbreiten kannst (zumindest da, wo es angemessen ist). 

Im dualen Studium an der HWR musst du einmal pro Semester eine zehnseitige Arbeit anfertigen, in der du als Studierender genau das machen darfst. Wissenschaftlich analysieren, Optimierungsbedarf aufzeigen, Lösungsansätze formulieren, umsetzen. Das gefällt mir, dafür hat sich das Studium gelohnt. 

Derzeit sitzt Max an seiner Masterarbeit, die er am 28. Oktober abliefern muss. Dazu Max: Es wäre wichtig zu erwähnen, dass ich den Master im Marketing absolviere, denn ich glaube, dass mir das häufig noch einmal einen ‚Blick von Innen und Außen‘ verschafft hat. Ich schreibe über die Vermarktung eines neuen Reiseveranstalterprodukts bei einem bekannten Reiseveranstalter. Ich bin mit dem Thema sehr zufrieden, da ich dort u.a. über Content- und Empfehlungsmarketing schreiben kann, was aus meiner Sicht für den Tourismus besonders relevant ist, da es sich zu einem großen Teil um sehr emotionale Produkte handelt. 

Während ich mich während der Bachelor-Zeit die meiste Zeit mit anderen Studenten aus der Tourismus-branche ausgetauscht habe, konnte ich im Master noch einmal viele Eindrücke aus anderen Branchen oder Konzernen bekommen. Seit dem Master bin ich übrigens auch der Auffassung, dass wir in der Tourismusbranche häufiger über betriebswirtschaftliches Grundverständnis sprechen sollten und Entwicklungen in der Wirtschaft und in der Gesellschaft noch gezielter bearbeiten müssen. 

Was ist damit gemeint? Max konkretisiert: Reisen sind keine Fernseher oder Smartphones. Reisen sind vergänglich und emotional. Die Kaufentscheidung für hochwertige Reisen findet nicht spontan im Internet statt. Ein Reisekonzern, der preisintensive Produkte vertreibt, sollte lieber den stationären Vertrieb stärken, der wiederum Vertrauen beim Kunden in das Produkt generiert, und nicht auf schwachsinnige Gutschein-Codes zurückgreifen. 

Generell verstehe ich aktuell nicht, warum die großen Reiseveranstalter ihren größten Vertriebskanal nicht zeitgemäß unterstützen. Wo findest du beispielsweise vernünftiges Empfehlungsmarketing für junge Leute, was die Vorteile einer Reisebüro-Buchung hervorhebt? 

Der Fachrichtungsleiter BWL/Tourismus an der HWR Berlin, Prof. Dr. Jörg Soller, hat vor einigen Jahren als An-Institut das Institut für Tourismus e.V. gegründet, das viele Jahre – wie er selbst formulierte – „im komatösen Tiefschlaf“ lag. Ist mein Eindruck richtig, dass Max sich engagiert, das Institut wachzuküssen und ihm neues Leben einzuhauchen?  Während meiner Anfangszeit als One-Man-Show und Freelancer bin ich relativ schnell dem Skål-Club in Berlin beigetreten. Da dort auch Prof. Dr. Soller Mitglied ist und wir uns schon immer sehr gut verstanden haben, konnten wir gemeinsame Projekte auf den Weg bringen. Mein erster Auftrag fürs Institut für Tourismus Berlin e.V. war beispielsweise die Organisation einer Vortragsreihe vor der belgischen Botschaft. Stichwort Tourismusmarketing EU, Brüssel, Berlin… 

Prof. Dr. Soller und ich haben dann irgendwann beschlossen die Zusammenarbeit auszubauen und uns weitere Projekte zu suchen. Er besitzt eine unfassbar gute Expertise in Sachen Hotelmanagement, Controlling usw., ich bringe die ganzen „modernen“ Skills mit: Empfehlungsmarketing, Content-Management z.B. Uns vereinen neben einer Freundschaft die Wissenschaft und der Tourismus. Ich arbeite aber auch weiterhin selbständig. 

Dabei tanzt Max Hübner auf mehreren Hochzeiten. Er arbeitet freiberuflich als Projektmanager Tourismus. Neben seinem Lehrauftrag an der HWR Berlin, wo er im ITB-Projekt den Social Media-Bereich betreut, besitzt er einen weiteren an der BA Breitenbrunn [an der ich viele Jahre zum Thema „Pressearbeit im Tourismus“ doziert und mit meinem Freund, Prof. Peter Ivic, der seit ein paar Jahren im Ruhestand ist, prächtig zusammengearbeitet habe]. Noch bis Oktober wird Prof. Soller sein Amt als Fachrichtungsleiter an der HWR wahrnehmen und Max Hübner seine Master-Thesis bei der Steinbeis SMI einreichen. Ab November will sich Max verstärkt beim Institut für Tourismus Berlin e.V. einbringen. Es gibt dabei in Zusammenarbeit mit Prof. Soller zwei Möglichkeiten: Entweder wir starten im Kleinen und suchen uns verschiedene Partner, mit denen wir im Weiterbildungsbereich Fuß fassen und uns nach und nach ein Standbein aufbauen. Oder aber wir konzentrieren uns auf eine ganz bestimmte Nische im Tourismusmarketing, die vielen Betrieben bei der Personalsuche helfen wird. Auch das Thema Reisedurchführung haben wir auf dem Zettel. Mein Geschmack ist es weiterhin, das Potenzial verschiedener Projekte miteinander zu kombinieren. Prof. Dr. Soller und ich sind zudem gut vernetzt im Osten Deutschlands, da wo der Tourismus eine zentrale Rolle spielt und viel zur Wirtschaft beiträgt. 

Zum Schluss dieses Porträts eines außergewöhnlichen Touristikers noch eine Prise Privates. Ich habe ihn nach seinen Freizeitaktivitäten gefragt:  Neben den obligatorischen Hobbys wie Ausgehen, Reisen oder Freunde treffen, habe ich zwei zwei Leidenschaften: Unterhaltungsmedien in Sachen Technik und Rock-Konzerte. Ich höre viel Musik: Kleine und große Nischenbands. Unfassbar gern besuche ich Konzerte, auf denen hemmungslos getanzt wird, das ist für mich ein sehr guter Ausgleich zum normalen Business-Alltag. Ich bin z.B. gerne im SO36 in Berlin-Kreuzberg.

Und dann ist Max Hübner schon [fast] wieder bei der Arbeit: Normalerweise versuche ich häufig, meine Hobbys mit der Arbeit zu verknüpfen. So habe ich mir in den letzten Jahren viele Skills im Bereich Foto- und Videoproduktion angeeignet. In Kombination mit strategischem und betriebswirtschaftlichen Wissen im Marketing und Tourismus ist das mittlerweile eine Schlüsselqualifikation. 

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