Notizbuch – SCHULTERBLICK: meine Freundin, die Malerin

15 05 2022

Tulla Blomberg-Ranslet wird heute 94 Jahre alt und lebte früher auf dem Bukkegård auf Bornholm

Sonntag, 15. Mai 2022

Herzlichen Glückwunsch: Heute wird meine Freundin Tulla Blomberg-Ranslet 94 Jahre alt. Ich bin ihr, ihrem Mann Arne, den Töchtern Pia und Charlotte und Sohn Paul vor vier Jahrzehnten auf Bornholm begegnet. Die Gastfreundschaft, mit der mir die Künstlerfamilie entgegenkam,  beeindruckt mich noch heute. Ich war oft zu Gast auf dem 200 Jahre alten Bukkegård.

Die Gespräche mit Tulla und Arne haben großen Einfluss auf mein Leben genommen. In den Jahren, in denen ich an meinem Dumont-Reiseführer über Bornholm gearbeitet habe, habe ich mehrfach ein oder zwei Wochen auf dem Bukkegård gewohnt und Tullas Gastfreundschaft genossen. Oft sah ich Arne und ihr im Atelier zu, Arne, wie er an Bronzen arbeitete, Tulla an Gemälden. Sie ist eine hoch talentierte Malerin. Malerei hatte sie auch studiert, hängte sie aber vorübergehend an den Nagel, weil sich die Arbeit als Keramikerin leichter mit dem Mutterdasein vereinbaren ließen.

Tulla hat aus kleinen Tonscheiben riesige Reliefs zusammengesetzt. Ihre Wandbilder von der Arche Noah – ich besitze auch ein kleines, köstliches Buch von Tulla und Arne zu diesem Thema – und dem Turmbau zu Babel, von Jahrmärkten, Städten und Paradiesen schmücken Kirchen, Schulen, Museen und Krankenhäuser. Ihr größtes Relief ist 14 Quadratmeter groß und hängt in der Zentralbibliothek ihrer Geburtsstadt Oslo. Es zeigt eine aus vielen Elementen zusammengesetzte „Märchenstadt“, wie auch der Titel heißt, eine Stadt mit Türmchen und Türmen, Giebeln, Erkern und Balkonen, Bäumen, Tieren und natürlich auch Menschen. Die Märchenszenen zu deuten ist ein spannendes Unterfangen.

„Tullas Wandbilder sind Geschichten, Erzählungen, einfach aber nicht naiv, erdgebunden, aber nicht bodenständig, zeitlos, aber nicht unmodern“, hat der Hamburger Journalist Emmanuel Eckardt, Freund des Hauses Ranslet, einmal über Tulla geschrieben, “manche von ihnen wecken Erinnerungen an die Weisheit und die Vollkommenheit in der Kunst des Altertums, an die jahrtausende alte Formensprache Babylons und Ägyptens.“

Als die Kinder größer waren, ist die Künstlerin zur Malerei zurückgekehrt. „Als Künstlerin folgte sie immer ihrem eigenen Ausdruck und ließ sich nicht von dem beeinflussen, was andere taten“, sagt ihre Tochter Pia, selbst Malerin. Stolz bin ich auf ein herrliches Gemälde von Tulla. An ihm erfreue ich mich – ohne jede Übertreibung! – Tag für Tag.

Vor drei Jahrzehnten gingen Tulla und Arne nach Spanien. Seitdem Arme vor vier Jahren gestorben ist, lebt Tulla alleine in ihrem Haus in Benimantell. Heute, an ihrem Geburtstag, wird sie nicht alleine sein. Schon wegen all der lieben Gedanken, die ihr zufliegen – von Verwandten und Weggefährten, ehemaligen Schülern und Kollegen. Und von mir…

Tulla und Arne auf ihrer Goldhochzeit 2005, die sie in ihrer alten Heimat Bornholm feierten





Notizbuch: VON ANGESICHT ZU ANGESICHT – Der Mann, der mit Prominenten zum Frühstück ins Bett steigt

8 05 2022

Der „Kulturfritze“ Marc Lippuner hat als Manager der Wabe einen tollen Job und nebenher unzählige „Hobbyberufe“

Montag, 9. Mai 2022

Schon wieder so ein Mann, der glücklich ist. Auf meine entsprechende Frage antwortet Marc Lippuner mit einem überzeugenden Ja. Das hängt offensichtlich mit seinem Job zusammen. Marc ist Manager der Wabe, einer kommunalen Kultureinrichtung im Prenzlauer Berg.

Daneben hat er so einige Tätigkeiten, die er „Hobbyberufe“ nennt. So geht er beispielsweise gerne mit Prominenten ins Bett. Aber ehe ich zu solchen Intimitäten komme, muss ich zuerst ein wenig in seiner Biografie blättern. Die  empfinde ich spannender als so manches, was ich sonst über den Lebenslauf von Mitmenschen gelesen habe. Allerdings ist die Biografie so gespickt mit kreativen Tätigkeiten, dass ich ganz bewusst Punkte überspringe…

Also: Marc wurde 1978 in Greifswald geboren. Er ist also 44 Jahre alt, wirkt aber auf mich erheblich jünger. Das liegt vielleicht daran, dass er sich etwas Jungenhaftes bewahrt hat. Und er guckt seine Gesprächspartner an, heutzutage eine Rarität [finde ich].

Von 1999 bis 2005 absolvierte er das Magister-Studium Literaturwissenschaften und Geschichte an der Freien Universität Berlin und der Universität Wien. Die Wien-Liebe ist geblieben. Von 2011 bis 2013 hängte Marc einen Master-Studiengang Arts & Media Administration am Institut für Kultur- und Medienmanagement der Freien Universität Berlin an.

Dazwischen lag Theaterarbeit: Regiearbeiten und Theaterprojekte in verschiedenen Städten, zum Beispiel in Bonn, Berlin und auch in meiner Heimatstadt Aachen. Nebenbei: Das Theater Aachen wurde zur Kaderschmiede für so manchen berühmten Künstler. Max Ophüls führte hier Regie in den 20er Jahren, Karajan war ebenso Dirigent [von 1935 bis 1942] wie Wolfgang Sawallisch [1946 bis 1953], Hansjörg Felmy [der Tatort-Kommissar Haferkamp] machte hier Theaterkarriere, und 1968 sah ich dort auf der Bühne Jürgen Prochnow [der übrigens genauso alt ist wie ich] in seiner ersten Rolle – „Bericht für eine Akademie“ von Franz Kafka.

Von 2009 bis 2016 arbeitete Marc als freier Mitarbeiter beim Theater Mogul, einer Produktionsfirma, die unter anderem „Caveman“ auf die Bühnen schickte. 2015 gründete Marc Lippuner ein Projektbüro für kulturelle Angelegenheiten im sozialen Netz unter dem Namen „Kulturfritzen“. Seit dem Vorjahr ist er Mitgesellschafter des Querverlages, des ersten schwul-lesbischen Verlages in Deutschland.

Und er schreibt auch Beiträge für das viermal im Jahr erscheinende Berliner Stadtmagazin „mein /4“ [das soll heißen: Mein Viertel] – „Kulturdinge“, wie er es nennt, und die Vorstellung Berliner Viertel, zuletzt die westliche Rosenthaler Vorstadt. Das Magazin ist gut gemacht und anspruchsvoll – mir aber bis zum Gespräch mit Marc völlig unbekannt…

Uff. Noch mehr Kultur, obwohl mir schon der Kopf schwirrt. Gehen wir’s tapfer an.

Alle vier Wochen hat Marc eine Radiosendung in ALEX Offener Kanal Berlin. Gestern war wieder eine an der Reihe. Dazu Marc: „Das Thema ist ‚die kulturfritzen. eine stunde berlin-kultur‘. Mal sind es Interviews, manchmal Kulturtipps oder Buchtipps…“ Die Interviews finden sich auch in Marcs wöchentlichem Kultur-Podcast wieder. “Jede Folge ist ein kleines Mosaiksteinchen im großen kulturellen Ganzen der Stadt“, sagt Marc dazu, „keine Folge gleicht der anderen, einige sind ganz kurz, andere länger.“ Der Inhalt reicht von Berlinbuch-Vorstellungen über Kulturspaziergänge und Hörspiele bis hin zu Lesungen, Features, Reportagen und eben Interviews.

Zum fünften Mal bereitet Marc für den Elsengold-Verlag den Kalender „Berliner Geschichte“ vor, diesmal die Ausgabe 2023. Der Kalender bringt zu jeder Woche einen historischen Berlinfakt. Im selben Verlag ist auch in der Reihe „Berliner Spaziergänge“ sein Heft „Prenzlauer Berg“ erschienen.

Und da ist noch „so ein Lieblingsding von mir“, wie Marc seine Bettgeschichten bezeichnet. Er erzählt: „Zusammen mit dem Stadtmagazin ‘mein /4‘ entstand die Idee , dass ich Prominente im Bett interviewe.“ Die Prominenten spielten mit , insgesamt bisher zehn, darunter Klaus Lederer, Wladimir Kaminer und Gayle Tufts.

„Das funktioniert tatsächlich ganz gut,“ wundert sich Marc, „erstaunlich, dass man recht schnell in eine ganz unkomplizierte Gesprächsatmosphäre kommt.“ Marc steigt mit Schlafanzug zum Interview und Frühstück ins Bett – s. „Better geht’s nicht“ – Klaus Lederer – YouTube . Titel und Programm: „Better geht’s nicht“.

 

Die Leitung der Wabe, der kommunalen Kultureinrichtung im Ernst-Thälmann-Park im Bezirk Prenzlauer Berg, übernahmen Marc 2017. Marcs „richtiger“ Beruf ist ein Allroundjob und eine One Man Show: Geschäftsführung, Programmgestaltung, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit liegen in Marcs Hand. Als ich ihn kennenlernte, stand er vor einem Chorkonzert an der Kasse und verkaufte Tickets. Es fehlte nur noch, dass er auch hinter dem Tresen der Bar in der Wabe steht, aber die ist verpachtet.

„Das ist ein Job, von dem ich eigentlich geträumt habe“, sagt er. Er kann selbständig arbeiten, und weder im künstlerischen noch im kaufmännischen Bereich redet ihm jemand rein.  Dieser Job , so betont er, fühle sich nicht an wie Öffentlicher Dienst,  aber dieser gebe ihm – der acht Jahre lang selbständig war – eine gewisse Sicherheit, gerade in der heutigen Zeit. Dass die Veranstaltungs-Location Wabe im Westteil der Stadt viel weniger bekannt ist als im Osten, fuchst ihn ein wenig: „Ich will das aufbrechen.“ Für größere Werbung ist allerdings kaum Budget vorhanden. So versucht der Kulturmanager, mit seinem Programm alle Zielgruppen anzusprechen. Konzerte stehen auf dem Programm – von Klassik bis zu Rock, von Chören bis zum Jazz. Kinder- und Seniorenveranstaltungen werden angeboten, Lesungen, Theater und Tanz. Einmal im Monat lädt die Veranstaltung Open Mic Idole und Talente ein, erfahrene Künstlerinnen und Künstler und Nachwuchstalente. Die offene Bühne für Musikerinnen und Musiker, Sprachkünstlerinnen und Sprachkünstler, Performerinnen und Performer wird vom Musiker Arno Zillmer moderiert. Tagsüber steht der 400 Personen fassende Raum als Proberaum und Tagungsort zur Verfügung. 170 Veranstaltungen gibt’s im Schnitt in Jahren, in denen keine Corona-Auflagen das Programm dämpfen.

Noch eine Zahl ist für Marc wichtig: 75. So viele Bücher liest er im Jahr. Ja, räumt er ein, manchmal sei er erschöpft. Aber was ist das schon gegen sein Grundgefühl. Marc Lippuner ist glücklich.

 

 

 

 





Notizbuch – UNTERWEGS BEGEGNET: Der Macher aus Wildau

3 05 2022

Der Bürgermeister-Kandidat László Ungvári hat viele Talente und Titel

Dienstag, 3. Mai 2022

Ein Macher. Ein kraftvoller Macher. Das war mein erster Eindruck, als ich László Ungvári jetzt privat begegnete. Der Anlass – hier nicht das Thema – verriet mir, dass der gebürtige Ungar ein riesengroßes Herz hat. Zu seinen vielen Talenten gehört auch politisches Gespür. Vielleicht saß mir hier der künftige Bürgermeister von Wildau gegenüber.

Das Städtchen Wildau liegt in Brandenburg, dort im Landkreis Dahme-Spreewald und in der Nähe von Königs Wusterhausen. Weit über Landkreis und Bundesland hinaus ist Wildau für die Technische Hochschule [früher: Technische Fachhochschule] bekannt. Da die bisherige Bürgermeisterin abgewählt worden ist – auch dieses Thema steht hier nicht zur Diskussion -, steht jetzt eine Neuwahl ins Haus. László Ungvári hat seinen Hut in den Ring geworfen.

Über sich selbst muss er den Wählern nicht viel erzählen. Von 1999 bis 2017 war er Präsident der Technischen Fachhochule/Technischen Hochschule. Noch mehr: 2015 verlieh ihm die Hochschulstadt die Ehrenbürgerwürde. Das war der vorläufige Höhepunkt einer glanzvollen Karriere.

Der heutige Bürgermeister-Kandidat wurde 1955 im ungarischen Städtchen Cegléd geboren. Sein Universitätsstudium mit dem akademischen Grad „Diplomwirtschaftsinformatiker“ als Abschluss absolvierte er in Leningrad, dem heutigen St. Petersburg. 1989 promovierte er zum Dr. oec. zum Thema „Beiträge zur Berücksichtigung der Wirkungen des Zufalls in der Wirtschaft.“

Wie heißt – seit 2007 – der Vorsitzende des Verwaltungsrates der Deutsch-Kasachischen Universität zu Almati? Richtig: László Ungvári.  Seit 2012 ist er auch Präsident der deutsch-ungarischen Dennis Gabor Gesellschaft zur Förderung wissenschaftlicher Zusammenarbeit. Ungvári: „Das ist eine Vereinigung mit Sitz in Berlin, die sich die Zusammenführung und Bildung eines fachübergreifenden Netzwerks von hochqualifizierten ungarischen, deutschen und internationalen Akademikerinnen und Akademikern zum Ziel gesetzt hat.“

Und wenn auf der Visitenkarte des vielgefragten Wissenschaftlers „Dr. mult.“ zu lesen ist, steht das für doctor multiplex. Das wiederum bedeutet nicht, dass der Träger eines solchen Titels Betreiber eines großen Kinokomplexes ist, sondern dass er mehrere Doktortitel hat. László Ungvári besitzt Ehrendoktorwürden und Ehrenprofessuren aus Ungarn, Russland, Kasachstan und der Slowakei. Und bald ist der Macher vielleicht auch noch Bürgermeister von Wildau.





Notizbuch – BLITZLICHT: Von der Duroplast-Produktion bis zum Phaeton im Kugelhagel

29 04 2022

Das August Horch Museum in Zwickau entpuppt sich als beste Oldtimershow meines langen Berufslebens

Freitag, 29. April 2022

Nein , das August Horch Museum hat mich wirklich nicht interessiert. Ich hatte das schon einmal auf Facebook kundgetan: Die Oldtimer-Museen , die ich in 50 Jahren als Reisejournalist bislang schon besucht hatte, kann ich nicht mehr zählen. Für solche Programmpunkte auf Pressereisen hatte ich immer den flotten Spruch parat: „Oldtimermuseen sind wie Pornofilme: einen gesehen – alle gesehen. Aber beim August Horch Museum in Zwickau war alles anders. Ich bin tief beeindruckt.

Weil der offizielle Museumsführer , der unsere kleine Pressegruppe betreute, nicht zu Potte kam – nach einer Viertelstunde standen wir immer noch im Eingangsbereich der Ausstellung –  nahm mich Sandra Loos, Managerin der Tourismusregion Zwickau, unter ihre Fittiche und zeigte mir die interessantesten Exponate.

115 Jahre Automobilbau in Zwickau präsentiert das Museum auf der gewaltigen Ausstellungsfläche von 6.500 Quadratmetern. Es liegt in den ehemaligen Produktionshallen [und einem Erweiterungsbau], in denen Audi, DKW und Trabant vom Band liefen.  Die Präsentation endet im Hier und Heute – beim VW.

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Einschub. Der Besuch in Zwickau war Teil eines Exkursionspaketes, das meine beiden Kollegen und mich auch nach Chemnitz führte. Dort wurde uns viel über ein bevorstehendes Großereignis erzählt, an dessen Realisation die Stadt schon lange bastelt: Chemnitz wird 2025 – neben Nova Gorica in Slowenien – Kulturhauptstadt Europas sein. Neben der Exkursion in diese Ecke Sachsens konnten Journalisten auch zahlreiche andere Exkursionen mit hochinteressanten Themen wählen. Zum Auftakt dieser großen Journalistenaktion der TMGS Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH war die Journalistenschar in das Weingut Schloss Wackerbarth eingeladen. Dort traf ich so manch‘ „alten Bekannten“ wieder und lernte auch neue, zum Teil durchaus zauberhafte neue Leute kennen…

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Zwei Dinge fallen ihnen sofort auf, wenn Besucher durch die weiten Hallen schlendern. Die 160 ausgestellten Fahrzeuge – und die unzähligen Kleinexponate – sind auffallend gut in Schuss und präsentieren sich spiegelgleich poliert. Und dort stehen nicht einfach Auto neben Auto, sondern es werden Alltagssituatio-nen durch gelungene Installationen inszeniert: das Campingzelt auf dem Dach des Trabi, die Datsche mit den Badesachen auf der Leine, Lebensmittel- und Spielwarenläden, eine Straßenszene, Vorfahrt vor dem Grandhotel und – leider gerade furchtbar aktuell: Militärfahrzeuge im Krieg.

Camping auf dem Trabi-Dach

Datsche mit Wäscheleine

Tante Emmas Laden

Spielwaren-Laden

Straßenszene

Vorfahrt vor dem Grandhotel

Autos für den Krieg

Die Originalschreibtische des Autopioniers Horch und seiner Sekretärin lassen einen Hauch von Nostalgie aufkommen. Auch Werkstattsituationen werden simuliert, Motoren werden geprüft, und in einer Halle spuckt eine Maschine die Pappe – pardon: das Duroplast zur Trabi-Produktion aus.

Produktion von Duroplast

Auch dem Rennsport der 1920-er und 1930-er Jahre wird Ausstellungsfläche gewidmet. Dort glänzt der Silberpfeil. Eine Uralt-Feuerwehr verrät, wie luftig die Mitfahrt damals gewesen sein muss. Was sich die Entwicklungsabteilung des VEB Sachsenring so einfallen ließ wird ebenso gezeigt wie der letzte Trabant.

Luftige Fahrt

Der letzte Trabant

Mit dem Fall der Mauer ist die Präsentation noch längst nicht zuende. Da sind beispielsweise ein VW Golf Citystromer zu sehen, ein gepanzerter VW Phaeton [ein „Sonderschutzfahr-zeug“], der zur Probe beschossen worden ist, und ein Wörthersee-Golf aus dem Jahr 2017. Hier endet die Ausstellung. Sie entlässt mich zufrieden, nachdenklich und – einfach begeistert!





Notizbuch – VON ANGESICHT ZU ANGESICHT: „Wir werden siegen!“

24 04 2022

Gespräch mit Großmutter, Mutter und Kind nach ihrer Flucht aus der Ukraine

Montag, 25. April 2022

Die Fahrt quer durch Berlin mit U-Bahn, S-Bahn und Bus dauert lange. Ich besuche meine Freunde Martin und Achim, um über das Paar und sein bewegtes Leben ein Porträt für diese blog-Reihe zu schreiben. Aber es kommt anders. Verwandte aus der Ukraine sind zu Besuch, Ljuba, deren Tochter Irina und Irinas neunjähriger Sohn Igor. Also planen wir um. Martin und Achim laufen mir schließlich nicht davon.

Das folgende Gespräch ist nicht ganz einfach. Niemand aus der ukrainischen Familie spricht Deutsch, Irina aber Englisch. Martin, Ljubas Onkel [Foto rechts], übersetzt was die anderen sagen. Und auch Irinas Antworten, wenn unser beider Englisch nicht für Zwischentöne reicht.  Aber was spricht er da mit den Geflüchteten? Es ist – Russisch. Irina bedauert, dass sie in der Sprache des Feindes sprechen muss.

Die kleine Familie kommt aus Lwiw, bei uns besser als Lemberg bekannt. Als der russische Überfall kam, sind die drei aufs Land geflohen. Als auch dort der Krieg näher rückte, entschloss sich Irina mit den Ihren zur Flucht. Am 25. Februar haben sie versucht, die Grenze nach Polen zu erreichen. Das gelang erst nach vier Tagen – immer in der Angst, am Steuer einzuschlafen, wie Irina erzählt. So erging es offensichtlich allen Flüchtlingen in der endlos langen Autoschlange, die sich Richtung Polen bewegte.

Acht Tage machten sie in Polen Station, wo Irinas geschiedener Mann arbeitet, um dann nach Deutschland weiterzufahren. Anders als in Polen hat ihnen in Berlin zuerst niemand geholfen, als sie herumirrten. Sich suchten sich privat eine Unterkunft, nach zwei Tagen zogen sie um in ein Wohnheim, das sie sich auch selbst suchten. Aber da war ja noch der Berliner Onkel Martin und sein Mann Achim. Der erste Anruf an sie erging schon auf der Fahrt von Polen nach Berlin.

Das Paar kümmerte sich um die ukrainische Familie. Als meine Freunde Martin und Achim Igor zum ersten Mal treffen, wirkt er sehr verschüchtert. Bis die beiden Männer ihm einen Riesenknuddelteddy schenkten. „Von da an war das Ei gebrochen“, erzählt Martin. Übers Internet fanden die Geflüchteten eine französische Freiwillige, die sie zu sich nahm. Und Achim [Foto links] gelang es über einen Freund, den Ukrainern zum 1. April eine Wohnung in Zeuthen zu verschaffen.

Zeuthen? Liegt das nicht am Ende der Welt? Da wollt Ihr leben? Auf meine unüberlegte, ein wenig hochmütige Frage antwortet Irina sanft – und bestimmt: „Das hängt davon ab, wo Du Dein Zentrum siehst. Für Dich liegt es in Berlin. Für mich in Zeuthen, ich liebe die Natur mehr als die Stadt.“

In Zeuthen erleben die drei eine überwältigende Hilfsbereitschaft. „Viele freundliche Leute klopfen an die Tür und wollen helfen“, sagt Irina. Nach und nach wird die Wohnung – auch mit deutlicher Behördenhilfe – ausgestattet. Nur an der Bürokratie verzweifeln die Ukrainer. Erst wenn die Registrierung ordnungsgemäß vollzogen ist, darf beispielsweise Irina arbeiten. Sie ist hochqualifiziert, in ihrer Heimat hat sie einen großen Restaurantkomplex geleitet. Eine Stelle hat sie in Berlin in Aussicht, aber der Registrierungstermin liegt noch in weiterer Ferne.

„Für jedes Familienmitglied habe ich eine ganze Stunde gebraucht“, empört sich Martin über die Bürokratie bei der Einrichtung eines Kontos. Ohne Bankkonto keine finanzielle Hilfe. Also mussten sich die Ukrainer mit Martins Hilfe durch den Formularberg kämpfen. Irinis Kommentar: „Bei uns dauert das fünf Minuten.“

Igor, der kleine Schlingel, will Schauspieler werden. Warum denn das? Er habe gelesen, dass Schauspieler viel verdienen, lässt er seine Antwort übersetzen. Aber er hat ohne Zweifel auch Talent. Das stellt er durch intensives Grimassenschneiden prompt unter Beweis. Ein kleiner Clown! Igor ist ein hübscher Kerl, mit seinem ausdrucksvollen Gesicht wird er aus jedem Casting spielend als Sieger hervorgehen.

Schauspielerei, das sind Zukunftspläne. Erst muss der Neunjährige mal eine anständige Schulausbildung absolvieren. Aber zur Schule darf er erst, wenn die Registrierung erfolgt ist. Immer wieder taucht im Gespräch mit dieser Familie dieser leidige Punkt auf. Igor war in der Ukraine in der vierten Klasse. Die wird er in Deutschland wohl wiederholen müssen. Igor spricht noch kein Wort Deutsch.

Fußball, vielleicht auch Basketball, Karate und „irgendetwas mit Tanzen“ sind Interessen des aufgeweckten Jungen, die seine Mutter Irina aufzählt. Eine Frage noch, Igor: Hast Du Heimweh? Die Antwort: „Ja, nach meinen Freunden. Aber nicht nach der Schule.“

Igor wisse, das Krieg sei, sagen Ljuba und Irina, aber er wisse wohl nicht, was das in seinen Ausmaßen bedeute. Sie versuchen, Igor von aktuellen Informationen fernzuhalten. Ich schaue ihn an – und vermute, dass er viel mehr weiß, als Großmutter und Mutter ahnen. Beide informieren sich ständig über die furchtbaren Zustände in ihrer Heimat, wo sie nicht nur ihr hab und Gut, sondern auch Verwandte und Freunde zurückgelassen haben. Ljuba hat noch einen Sohn in der Ukraine und einen weiteren Enkel. Das freundliche Lächeln verschwindet aus den Gesichtern der beiden Frauen. Die Augen werden feucht.

„Wir werden siegen!“ sagt Irina. Da sei sie sich sicher. Wirklich sicher? „Ja, ganz sicher.“ Mit russischen Besatzern sei das Land in der Vergangenheit immer fertig geworden. Denn „das Kämpfen liegt uns im Blut“.

Das zu diesem blog-Post führende Facebook-Foto [Igor mit Teddy] und drei der Fotos in diesem Bericht stammen von Joachim Stillisch. Danke!





Notizbuch – SCHULTERBLICK: Ohne perfekte Organisation kein Krieg

24 04 2022

Erschreckende Erkenntnis bei der Auswertung der Kriegsbriefe meines Vaters an seine Frau für das Buch „Meine liebe Mutti“

Dass der Krieg eine grausame Angelegenheit ist, war mir schon als kleines Kind bewusst. Schließlich wohnten wir, umgeben von Trümmern, in einer halb zerstörten Stadt. In viele Familien von Freunden und Verwandten fehlten Väter und Söhne. „Sie sind im Krieg feallen“, wurde mir erklärt. Warum sie nicht einfach wieder aufgestanden sind, habe ich allerdings als Kind nicht begriffen.

Ich hielt mich für gut informiert, als ich begann, die Kriegsbriefe meines Vaters zu einem Buch zu formen. Aber eine Erkenntnis traf mich unvorbereitet und wie ein Pferdetritt: Ein Krieg bedarf einer perfekten Organisation abseits der Front, sozusagen im Hintergrund, im  backoffice. Einige Beispiele:

Die Post. Das Postwesen war im Zweiten Weltkrieg durchorganisiert. Es gab die Deutsche Feldpost, die völlig unabhängig von der Reichspostverwaltung agierte. Wehrmachts-Angehörige durften Briefe und Postkarten ohne Portozahlung verschicken, lediglich für Päckchen und Zahlungsanweisungen u.ä. wurden Gebühren erhoben.

Und wie stand es um die Zensur? Dass es sie im Feldbriefverkehr während des Krieges gegeben hat, bestätigte auf Anfrage die Deutsche Dienstelle (für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht), die mittlerweile im Bundesarchiv aufgegangen ist: Es wurde versucht, das Schreibverhalten der Verfasser zu beeinflussen. So sollten zum Beispiel aus der Heimat keine Probleme oder Klatsch und Tratsch mitgeteilt werden. Aus der Kampfzone sollte stets ein positives Befinden skizziert und mit Durchhalteparolen durchsetzt werden. Es durften keine Einzelheiten der Dienststelle, wie Zusammensetzung, Stärke, Aufenthaltsort, Name der Vorgesetzten und Kameraden, Ausrüstung und Bewaffnung, militärische Absichten, Einzelheiten der Stellung und Verluste mitgeteilt werden.

Wer unabhängig vom Kampfgeschehen krank wurde, wurde entfernt von der Front im Lazarett gut versorgt. So schreibt mein Vater am 5. August 1944, als er an einem Mandelabszess litt: „Erstklassiges Essen und die Ruhe bringen mich sichtbar auf die Beine.  Die Pflege hätte ich beim Truppenarzt niemals haben können. So komme ich dann wenigstens frisch und erholt nach Stavlag“ [das war ein Truppenübungsplatz in Ostpreußen].

Und dann die Lehrgänge. Unentwegt wurde mein Vater von der Front abgezogen und zu Lehrgängen in weit entfernten Orten gebracht, zum Beispiel nach Hannover oder einmal sogar von Russland nach Paris. „Allmählich gibt es kaum einen Lehrgang, den ich nicht mitgemacht habe“, schreibt mein Vater am 4. Januar 1943, „Hilfskrankenträger, Geräteverwalter, Entgiftungskurse, Unterführer, was sonst noch…“

Die Leistungen in den Lehrgängen wurden penibel bewertet. So erreichte mein Vater in einem der Lehrgänge „im Gefechtsdienst, Scharfschießen, Waffenausbildung je eine sieben (die höchste Punktzahl war die 9), im Taktik eine sechs, in N.S.-Führung bisher eine sieben, diese Note wird aufgrund meiner letzten schriftlichen Arbeit auf acht noch erhöht.“

Die Wehrmachtsberichte, die mein Vater mehrfach erwähnt, sind auch ein Beispiel perfekter, perfider Organisation und ein weites Feld. Nur so viel: Der Wehrmachtsbericht wurde den ganzen Krieg über in den Mittagsnachrichten ausgestrahlt und informierte über das militärische Geschehen – übrigens nicht nur über Operationen auf deutscher Seite, sondern auch über die der Gegner, z.B. über die Bombardements deutscher Städte durch die Alliierten und die dabei angerichteten Schäden. Unbestritten ist, dass der Wehrmachtsbericht, der auch an die Printmedien weitergegeben wurde und für diese eine [Pflicht-]Quelle zur Berichterstattung darstellte, für die Nazis wichtiges Propagandamittel war. Nur der Anteil der Propaganda ist unter Forschern umstritten.

Noch ein Beispiel: Wegen der Bomben-Großangriffe auf viele deutsche Städte  wurde 1943 ein Eilnachrichtendienst der Deutschen Reichsposteingerichtet. Seit dem 1. Dezember hatten die Bewohner dieser Städte [Verwaltungsjargon: Luftnotgebiete] vier Tage nach einem Bombardement Zeit, „Lebenszeichen“-Postkarten an Verwandte, Freunde und Bekannte sowie an Soldaten an die Front zu schicken. Als Inhalt waren höchstens „10 Worte Klartext“ zugelassen. Der Versand war kostenfrei. Rote Karten wurden zum Versand an Nicht-Soldaten ausgegeben, grüne zur Benachrichtigung von Soldaten mit Feldpostnummern, violette in Fällen, in denen die Postanschrift geprüft werden musste.

Das Buch ist im Verlag tredition® in drei identischen Fassungen erschienen: als repräsentatives Hardcover [18,90 Euro], als Taschenbuch [13,90 Euro] und als eBook [7,99 Euro].





Notizbuch – SO FERN… Und Tin-Tin lächelt dazu

20 04 2022

…UND DOCH SO NAH: Schweden-Querung auf dem Götakanal

Mittwoch, 20. April 2022

Es war eine der schönsten Dienstreisen, die ich bisher in meinem 50-jährigen Reiseleben unternommen habe: die Fahrt quer durch Schweden auf dem Götakanal. Hier mein Bericht, der in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Clever reisen!“ erschienen ist:

In dieser Saison kehren sie zurück auf den Götakanal in Schweden, die drei historischen Schiffe der Rederi AB Göta Kanal. Ohne pandemiebedingte Einschränkungen  starten sie wieder zu Kreuzfahrten. Experten zählen diese Fahrten zu den schönsten Touren, die auf Europas Flüssen angeboten werden. Auch unser Autor erinnert sich gerne an die Kanal-Kreuzfahrt.

Beweglich müssen sie schon sein, die Passagiere, die sich mit der „Juno“ auf die viertägige Fahrt von Göteborg nach Stockholm – oder umgekehrt – begeben. Die Reederei besitzt drei Kanalschiffe, von denen die „Juno“ das älteste ist: Baujahr 1874. Wer eine normale Doppelkabine mit Doppelstock-Bett bucht, hat nur 2,1 Quadratmeter Platz – weniger als in Schlafwagen-Abteilen und kaum Raum für größeres Gepäck. Das kann dann in einem gesonderten Raum untergebracht werden. Die King Size-Kabinen – von denen es nur wenige gibt – sind ein wenig größer.

Die von Deck zu Deck führende Treppen sind steil. Auf jedem Deck gibt es Toiletten und nur eine Dusche, Geduld ist also bei der Morgentoilette gefragt. Die Passagiere, schon ganz auf Entschleunigung eingestellt, lösen das Problem ganz pragmatisch: Sie setzen sich im Bademantel auf eine Bank in der Sonne vor die Duschkabine – und warten, bis sie frei wird. So einfach ist das.

Aber das sind schon genug der Unannehmlichkeiten auf der Kreuzfahrt, die die meisten Teilnehmer ihr Leben lang nicht vergessen. Schon nach einer knappen Stunde setzt die Entspannung ein, die während der ganzen Fahrt anhält. In der Sonne sitzen und zusehen, wie Schwedens schönste Landschaften vorbeiziehen, ist ein Genuss. Das Ufer ist buchstäblich zum Greifen nahe. Die Passagiere kommen ins Nachdenken, ins Träumen. Einen besseren Platz zum Meditieren kann man sich kaum vorstellen.

Die 190 Kilometer lange Reisestrecke führt nicht nur durch den legendären Götakanal, sondern auch durch mehrere Seen, die der Kanal miteinander verbindet. Darunter ist der riesige Vänern, der Vänersee, der drittgrößte See in Europa, Schwedens größter See und auch der größte in der EU. Der See hat 2.000 Kilometer Küste und 22.000 Inseln und Schären-Inselchen. Einmal geht es für eine kurze Zeit hinaus auf die Ostsee, wenn sich das Kreuzfahrtschiff bei Mem durch Schären der Ostseebucht Slätbaken schlängelt

Die eigentliche Kanalstrecke ist 87 Kilometer lang und wurde zwischen 1810 und 1832 von 58.000 Soldaten ohne große Maschinen mit Schaufeln gegraben. Ein Höhenunterschied von 91,5 Meter war zu überwinden. Dazu dienen 66  Schleusen, darunter noch zwei handbediente. Das Kreuzfahrtschiff passiert auch regelrechte Schleusentreppen wie das System nördlich von Linköping, dessen 15 Schleusen die Schiffe um 30 Meter heben oder senken. Die Schleuse von Södertälje ist 135 Meter lang und damit die größte Skandinaviens. Die Schleusen sind für die Passagiere, übrigens maximal 58, begehrte Fotomotive. Für die Besatzung aber bedeuten sie schwere Arbeit, weil vermieden werden muss, dass sich Schiffskörper und Schleusenwand zu nahekommen. Viele Schleusen sind kaum breiter als das Schiff.

Zweimal überquert der Kanal eine Straße, einmal kreuzt er die Eisenbahnlinie Göteborg-Stockholm. Auch die kleinste Fähre Schwedens mit dem Namen Lina gehört zum Reiseerlebnis, sie überquert in Töreboda den Kanal. An der Schleuse von Forsvik wird das Schiff – das ist schon Tradition – von einer sehr religiösen Familie namens Kindbom mit Fahnen, Blumen und frommem Gesang empfangen.

Ein großes Plus der Fahrt über den Götakanal mit einem der drei früheren Dampfschiffe ist das erfrischend junge Personal, zum Teil Studenten, das den Gästen mit Herzlichkeit begegnet. Es wird viel gelächelt und oft ungefragt geholfen. Einen besseren Service können sich Kreuzfahrt-Passagiere kaum wünschen. Was den Altersdurchschnitt betrifft, fällt der Kapitän Albert mit seinen über 70 Jahren aus dem Rahmen, aber er ist im Herzen offensichtlich auch jung geblieben. Wiederholer – die es auf den Götakanal-Touren in wachsender Zahl gibt –  freuen sich immer, wenn Albert eingesetzt wird und souverän das Kommando übernimmt. Liebling aller Passagiere ist die Studentin Tin-Tin, die auf Schwedisch, Englisch und Deutsch jeden Tag das Programm vorstellt. Wenn ihr eine Vokabel fehlt, lächelt sie so charmant, dass männliche wie weibliche Best Ager, die das Gros der Passagiere stellen, dahinschmelzen. Und sie lächelt oft.

Geradezu liebevoll werden vor den Mahlzeiten, zu denen der immer ein wenig streng wirkende Kellner Jonas mit einem Gong lädt, die Tische gedeckt. Und was tief unten im Bauch des Schiffes gekocht und oben serviert wird, kann sich sehen lassen: Die zwei Gänge mittags und drei Gänge abends entsprechen dem hochpreisigen Premium-Produkt „Reise auf dem Göta Kanal“. Dass Alkohol an Bord teuer ist, versteht sich beim Reiseland Schweden von selbst. Das bargeldlose Bestellen trägt dazu bei, dass mancher Gast zum Ende der Kreuzfahrt von der Höhe der Rechnung überrascht wird…

Einige Ausflüge werden kostenlos angeboten und sind eine willkommene Gelegenheit, sich die Füße zu vertreten. Hit ist der durchaus romantischen Spaziergang zur ehemaligen Wikingerstadt Birka mit ihrem Weltkulturerbestatus.

Die Kreuzfahrtsaison auf dem Götakanal beginnt Mitte Mai und endet schon Anfang September. Es können auch Teilstrecken gebucht werden. Anbieter sind unter anderem Eberhardt-Travel und TUI-Wolters. Wichtig: Bei der Buchung im Reisebüro sollte angeben, wer über 1,75 Meter groß ist – damit die Reederei unter den unterschiedlich langen Kabinen eine mit einem passenden Bett aussuchen kann.

Als wir dann in Stockholm ankamen und das Schiff, das uns ganz vertraut geworden war, verließen, machte die Mann- und Frauschaft genau das, was sie auch beim Einschiffen in Göteborg getan hatte: Sie stellte sich in Reih und Glied auf.

Nur gab es beim Abschied deutlich mehr Umarmungen und Wangenküsse als bei der Begrüßung. Und Tin-Tin lächelte.





Notizblock – SCHULTERBLICK: Gebt dem Vater doch ’nen Hocker!

15 04 2022

Wie ich vor 52 Jahren die Geburt meines ersten Kindes miterlebte und einen großen Bericht darüber schrieb – zweiter Teil des Berichts

Freitag, 15. April 2022

52 ist mein ältestes Kind, mein Sohn Alex, gerade geworden. Ich durfte bei der Geburt – wie bei meinen drei weiteren Kindern – dabei sein. Vor einem halben Jahrhundert war das keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Geradezu sensationell war es, dass ich in den Aachener Nachrichten einen ganzseitigen Bericht über das Ereignis schreiben durfte. Im ersten Teil schildere ich die Zeit bis zur Geburt und wie man mich im Krankenhaus abwimmeln wollte. Hier der zweite Teil des Berichts – die Geburt:

Ist das der Kreißsaal? Vom Boden könnte man essen, würde eine gute Hausfrau jetzt sagen. Hell, alles freundlich, viele Geräte, die mich neugierig machen. Ein Kind, wenn es zur Welt kommt, sieht zuerst viel, viel Technik. Nein, es kann nicht sehen.

Vor morgen früh kommt es doch nicht, doziert die Hebamme. Ob ich nicht… Nein! Ich will Händchen halten. Die Wehen werden heftiger, meine Frau vergisst das Atmen, Schmerzen. Die Hebamme gibt klare Anweisungen: ein – aus – ja! Gut! Ein – aus – und weitermachen. Ich merke, dass ich brav mitatme.

Die Wehen werden heftiger. Die Hebamme unterbricht ihre Vorbereitungsarbeit im Kreißsaal. Das wird doch nicht…? Sie schickt mich hinaus: Ich muss Ihre Frau nochmal untersuchen. Ich stehe im Flur, weiß , dass hier drei, vier Frauen hinter den Türen auf ihr Kind warten. Die Tür, die mich interessiert, geht auf, die Hebamme hastet zum Telefon. Ich weiß, sie ruft den Arzt an. So ist es.

Fast herzlich

Wieder im Kreißsaal. „Ehrlich?!“ lacht meine Frau, als sie hört, dass es ernst wird. Ein junger Mann kommt, ruhig, freundlich: Der Arzt. Fragen, Antworten, Untersuchungen. Ja, es kommt. Fein. und nun? Die Antwort kommt von allein: heftige Wehen. Ruhig atmen, die Schmerzen sind zu ertragen (sagt sie). Ich erhalte einen Lappen, befeuchte meiner Frau die Lippen (und mir schnell auch), reibe über die Stirn – das jetzt rasch hintereinander, nach jeder Wehe. Meine Hand ist rot, bei jeder Wehe wird sie arg gequetscht. Der Arzt nimmt die zweite Hand meiner Frau, auch er spürt die Anstrengung und die Mühe. Zwischen den Wehen gibt er Anweisungen, wir unterhalten uns, die Atmosphäre ist sachlich, manchmal fast herzlich. Die Tür geht auf, der Oberarzt kommt. Er begrüßt mit Handschlag –werde ich rausgeworfen? Er sagt nichts. also bleibe ich. Ich versuche, mich dünn zu machen. Jetzt sind fünf Personen im Kreißsaal – bald sechs.

Wollen Sie Narkose? wird meine Frau gefragt. Gerade war es schlimm. Sie sieht mich an, unschlüssig. Wir haben vorher oft darüber geredet. Narkose nur im Notfall. Sie will es miterleben Gut, sagen die Ärzte.

Wie im Zeitlupenfilm

Jetzt geht alles sehr schnell. Örtliche Betäubung, die Presswehen kommen, ich verdrücke mich ganz ans Kopfende. Instrumente blitzen („Wir müssen einen kleinen Schnitt machen“). Die Stimme der Hebamme: „Das Köpfchen kommt!“ Meine Frau wird gestützt, damit sie es sehen kann. Ich latsche in den zu großen Schuhen um Hebamme und Arzt herum zum Fußende des Bettes und komme noch gerade rechtzeitig: Wie in einem Zeitlupenfilm kommt mein Sohn zur Welt, ohne Verzögerung, ohne Aufregung. „Ein Junge!“ ruft meine Frau, die keine Schmerzen gespürt hat. „Sonst sehen die Väter das zuerst“, sagt trocken der Oberarzt. Ein Junge… Alexander wird er heißen. Ich sehe in an – und dann nichts mehr. Ich tapse zu meiner Frau, jetzt kommen zwei, drei private Minuten, die schönsten in meinem Leben.

Sie ist stolz

Alexander schreit, die Ärzte schätzen sein Gewicht (zu hoch), er erhält seine ersten „Papiere“, wird eingepackt und ans Bett meiner Frau gerollt. „Gebt dem Vater doch nen Hocker“, sagt der Oberarzt. Gott sei Dank. Meine Frau lacht, sieht mich an, das Kind, die Ärzte. Sie ist stolz. Es ist zehn Minuten nach halb drei. Erst seit zwei Stunden ist sie im Kreißsaal.

Ich bleibe noch lange. Während die Naht gemacht wird, unterhalten wir uns. Alle fünf. Der sechste kräht dazwischen. Der Krimi war aber schlecht, sagt der Oberarzt. Finden Sie? Ich erhalte zum ersten Male Schimpfe, als ich sage , wie gut er mir gefallen hat.





Notizbuch – SCHULTERBLICK: Geburt erst nach dem Durbridge-Krimi

13 04 2022

Wie ich vor 52 Jahren die Geburt meines ersten Kindes miterlebte  und darüber eine Reportage schrieb

Mittwoch, 15. April 2022

Als Vater bei der Geburt seines Kindes dabei zu sein – das war vor 52 Jahren eine Seltenheit. Darüber noch einen ganzseitigen Bericht in einer Tageszeitung zu veröffentlichen – das war schon so etwas wie eine Sensation. Ich durfte und tat beides. Hier der Bericht, der unter dem Titel „So wurde ich Vater“ in den Aachener Nachrichten erschien, bei der ich als Redakteur angestellt war:

Ich werde häufig beschimpft , wenn ich zugebe, wie sehr mir der letzte der Durbridge-Krimi* gefallen hat. Als Anhänger psychologisierender Kriminalfilme („ Kommissar“-Fan) bin ich da sonst kritischer. „Wie ein Blitz“ hat mir, rückblickend, wohl nur wegen der besonderen Situation so viel Spannung bereitet, in der ich den Film konsumierte: Meine Frau erwartete ihr erstes Kind. „Ausgerechnet“ war es für den 14. April. Ein Dienstag – es konnte sich also jederzeit anmelden, als an jenem Sonntagabend, am 12. April, die letzte Folge des Durbridge-Krimis über die Mattscheibe lief. Scherzhaft (es war mehr Galgenhumor) hatten wir immer gesagt: wenn es Kind nur nicht  v o r  der letzten Folge kommt! Danach kann‘s kommen, möglichst sofort danach…  Es kam sofort danach. Fast wie ein Blitz.

Als ich hörte , dass ich Vater werden sollte, befand ich mich zufällig gerade da, wo später das Kind zur Welt kommen sollte: in den Klinischen Anstalten der TH Aachen, in Aachen immer noch „das Städtische“ genannt. Ich rief damals meine Frau von der Kinderklinik aus an , wo ich vietnamesische Kinder besucht hatte, die hier auf Initiative von „Terre des Hommes“ gesundgepflegt wurden. Zweimal rief ich vergeblich an, meine Frau war noch nicht vom Arzt zurück. Beim dritten Mal meldete sie sich. Das Gespräch war kurz. Danach war ich entsprechend durchgedreht.

Grund zum Feiern

Neun Monate, so meine ich, braucht die Mutter, um sich darauf vorzubereiten, was da kommt. Und der Vater auch. Bücher und viele Gespräche machten uns theoretisch fit. Das Kind, schon bald ein großer Strampler, wuchs und wuchs. Wir zogen um, richteten in der neuen Wohnung das Kinderzimmer ein – und warteten. Sechs Wochen vor dem Ereignis zeigte die „Elternschule“ im TV zum Abschluss eine Geburt, freilich eine leichte, fast schmerzlose. Danach stand für uns fest: Der Vater ist dabei, wenn das Kind ankommt. Wenn er darf… Ich durfte. „Ich glaube schon“, sagte der Klinikchef, als meine Frau ihn fragte, ob sich das agieren ließe. Mehr nicht. für uns war das ein Grund zum Feiern. Und ich wurde langsam nervös.

Das Buch war ungelesen

Nach einer Schwangerschaft ohne die geringste Komplikation meldet das Kind sein Kommen ohne Wehenschmerz an. 30 Minuten nach der Auflösung des Durbridge-Falles spürte meine Frau Kontraktionen der Gebärmutter, alle drei Minuten. Es war höchste Eisenbahn. Jetzt lief alles, wie zigmal vorher durchgesprochen: angezogen, Auto aus der Garage, Köfferchen verstaut, meine Frau placiert, so wie bequem es ging, und ab die Post. Schalten, Händchen halten, schalten, die Nervosität legt sich. Jetzt lachen wir. Unter anderem über die Entdeckung, die ich kurz zuvor gemacht hatte: Meine Frau, eifrige Teilnehmerin eines Gymnastikkurses als Vorbereitung auf die Geburt, hatte sich auch das Buch „Mutter werden ohne Schmerz. Die natürliche Geburt“ von Dick-Read gekauft. Das Buch war mir beim eiligen Aufbruch wieder in die Hände gefallen. Es war ungelesen: „Ich hatte doch keine Zeit…“

Die fünfte zur Entbindung

0.15 Uhr: Wir erreichen die Klinischen Anstalten. Schnell geparkt, Marsch zum Albert-Servais-Haus.  „Schon wieder!“ stöhnt der Fahrstuhlführer. Er hat eine unruhige Nacht: Meine Frau ist die fünfte, die zur Entbindung kommt seit 22.00 Uhr. Später kommen noch weitere. „Das liegt am Wetter!“ sagt nachher der Arzt. Oder am Krimi? Den hielt er für fad.

„Hier müssen Sie raus!“ sagt der Fahrstuhlführer zu mir, als wir im sechsten Stock angelangt sind. Proteste sind zwecklos. „Ich darf dabei!“ Er schüttelt den Kopf. Da konnte ja jeder kommen, denkt er offensichtlich. Meine Frau verschwindet mit ihm in den siebten Stock. Ich nehme im Treppenhaus Platz. Hier ist eine Ecke für wartende Väter: lieblos, verräuchert. Ein Mann wartet hier und zwei Frauen. Es ist heiß. Und oben schreit eine Frau, lange und immer wieder. Ich habe keine Angst. Aber ich kriege das „ärm Dier“ **.

Wie ein Clown

Meiner Frau – so höre ich später – geht es ebenso. Bis dahin guten Mutes, hört sie das Schreien, als sie allein in der Wanne sitzt, in die man sie gesteckt hat. Sie hat jetzt selbst Schmerzen. Sie fühlt sich verlassen. Da hört sie Babygeschrei, (was man unten nicht hören kann): Die Frau hat also bei den Presswehen geschrien, konstatiert sie sachlich. Jetzt ist ihr Kind Du da. Die Angst ist verschwunden

Eine Schwester erscheint im überhitzten Treppenhaus, schickt die Wartenden nach Hause. „Vor morgen früh hat es keinen Zweck!“ sagt sie. „Und Sie???“ fragt sie mich. Ich möchte zu meiner Frau… Moment. Sie verschwindet, kommt wieder: „Gehen Sie, vor morgen früh…“ Ich mache mich auf einen Kampf gefasst. Da kommt eine junge Schwester, „Kommen Sie, Ihre Frau wartet.“ Ich hätte sie küssen können. Gut, dass ich das nicht getan habe: Sie war die Hebamme.

Mir wird ein Kittel, grün, verpasst. Ich erhalte große Gummischuhe. Und watschele wie ein Clown in den Kreißsaal. Meine Frau strahlt mich an, wir freuen uns wie die Kinder. Fortsetzung am Freitag dieser Woche [Karfreitag].

*Durbridge: britischer Schriftsteller, der auch zahlreiche Drehbücher zu deutsche TV-Krimis schrieb. Sie waren allesamt Straßenfeger.

**Ärm(e) Dier – wörtlich: armes Tier. Rheinischer Ausdruck für Melancholie, Traurigkeit, Trübsinn.

 





Notizbuch – VON ANGESICHT ZU ANGESICHT: Leben im größten Traum

11 04 2022

Das Multitalent Bastian Lee Jones tanzt auf vielen Hochzeiten

Montag, 1. April 2022

Dem Universalkünstler Jean Cocteau – Dichter, Schriftsteller, Maler, Filmregisseur – ist von einem Zeitgenossen einmal vorgeworfen worden, er verzettele sich mit all seinen Kunstrichtungen. Cocteau soll geantwortet haben, ja, er klettere wie ein Affe von Ast zu Ast, aber es sei immer derselbe Baum. So muss man sich auch Bastian Lee Jones vorstellen.

Er ist ein Multitalent. Von Woche zu Woche entdecke ich an ihm neue Seiten. Dabei ist der Mann mit beiden Füßen auf der Erde geblieben. Ich habe Bastian Lee Jones  – das ist übrigens sein Künstlername – als einen der beiden Betreiber des Berliner Business Wohnzimmers [BBW] kennengelernt. Eine solche Tätigkeit offenbart seine pragmatische Seite. Als ich nach einer meiner Lesungen im BBW einige übrig gebliebene Bücher einpackte, um sie mit nach Hause zu nehmen, wickelte Bastian die nicht in Hüllen eingeschweißten Exemplare noch einmal gesondert ein, „damit sie nicht aneinander schubbeln“ – sein Blick fürs Detail. Der äußert sich auch bei der Planung für die Ausstellung der Malerin Sabine Holewa im Juni, bei dir ich behilflich bin.

Da arbeiten also ein alter Mann und ein junger Mann gut zusammen. Mein Alter lässt sich überall nachlesen, Bastian verrät sein Alter nicht. Stattdessen sagt er: „Ich komme aus der Ewigkeit und gehe in die Ewigkeit. Das dazwischen soll 100 Jahre mindestens dauern.“ Und: „Das ist eine reine Sollzahl – wichtiger ist das ich immer mehr der werde, der ich wirklich bin.“ Bastians Leidenschaften sind – Zitat – „Psychologie, Spiritualität, Religionen, Wissenschaften, Kunst, Design, Historie – schlicht: das Leben in seiner Mannigfaltigkeit.“ Vielseitigkeit prägt auch Bastians Aufzählung seiner Studien: „Ich habe Musikwissenschaften, Teilgebiete des Rechts (Jura), BWL Nebenfach (Marketing & Marktforschung), Vergleichende Musikwissenschaften und Religionswissenschaften zu ende studiert.“

Bei unserer ersten Begegnung hat mir Bastian erzählt, er habe eventuell Pläne, „etwas Touristisches in Irland zu machen“. Dort leben seine Eltern, der Vater ist Deutscher, seine Mutter stammt aus Indonesien. Nun planen die Eltern, nach Indonesien zu übersiedeln, und vielleicht wird ihr Haus am See verkauft – „vielleicht auch nicht“ (Bastian Lee Jones). Wie die Entscheidung auch ausfällt: Bastians Irland-Liebe ist nicht zu übersehen: Es ist für ihn „eines der demokratischsten, freien Länder in Europa“, dies „mit starken spirituellen Wurzeln (Irland hat Europa missioniert!)“, „wunderschönen Landschaften und Menschen und einer tollen Kultur“.

Kultur – das ist Bastian Lee Jones eigentliche Spielwiese. Er erzählt: „Ich bin auch Interpret klassischer Musik – mit meinen Beethoven Einspielung [Mondscheinsonate, Für Elise] aber auch meinen Klassikalben CLIMAXUAL INTIMACIES, wo ich mich von Händel, Pachelbel, Rachmaninoff, Chopin, Debussy, Schumann, Schubert, Satie oder Mozart an den Perlen der Klassik versuche , ebenso der Pop-Ansatz auf Klassisch mit Stücken, die mir immer etwas bedeutet haben.“ Mehr wollte er „klassisch nie spielen können“.  Das sei für ihn „sehr intim“, und er „würde nie mit Klassik konzertieren“. Nur gelegentlich habe er mal ein Nocturne oder Für Elise gespielt auf seinen Wohnzimmer-Konzerten: „Ich habe da nicht das Horowitz-Gen.“

Aber Stücke „populärer“ Musik hat Bastian Lee Jones aufgenommen: „Ich schreibe auf Deutsch, Englisch, Indonesisch und mit Hilfe auch Französisch und produziere vornehmlich mit Produzenten, die Stars produzieren, in letzter Zeit vermehrt Filmmusik“. Und: „Man kann eine Sinfonie erwarten in näherer Zukunft.“

Überhaupt die Zukunftspläne des Multitalents! Die würden einen weiteren blog-Post füllen. Zum Beispiel die Aufgaben der PR-Agentur Lebenslust TV, die aus seiner Radiosendung „Mach Dir Lebenslust“ entstanden ist. Die lief zwei Jahre lang auf verschiedenen Sendern von „Alex“ bis Rockradio.de“. Groß ist die Skala der Zukunftspläne, davon berichte ich mehr im jeweiligen Stadium der Realisierung. Bastian Lee Jones unterscheidet nicht zwischen Arbeit und Freizeit: „Ich schlafe, wenn ich müde bin, esse, wenn ich Appetit habe und bin eine Ausgeburt an den guten preußischen Tugenden (ohne Militarismus)“. Und was ist sein größter Traum bei all den Plänen? Bastian Lee Jones‘ Antwort: „Ich bin schon in meinem größten Traum – meinem Sein.“