Notizbuch: im Namen der [Sand-]Rose

10 12 2019

Besuch im neuen Nationalmuseum in Doha/Qatar

Dienstag, 10. August 2019

Wer beim Begriff „Nationalmuseum“ zusammenzuckt, weil er oder sie eine brave Ansammlung staatstragender National-Devotionalien erwartet, die er gar nicht sehen will, wird beim Nationalmuseum Qatar angenehm überrascht. Denn dort steht weniger die Nation Qatar im Mittelpunkt als der rasante Aufstieg des reichsten Landes der Welt vom Land der Nomaden und Perlenfischer zum modernen Wissenschafts- und Kunststandort.

Schon das Äußere signalisiert, dass es in diesem Nationalmuseum anders als üblich zugeht, unkonventioneller, irgendwie frecher. Das zeigt schon die äußere Hülle, der Museumsbau, der Ende März diesen Jahres eingeweiht worden ist. Er hat die Form einer riesigen Sandrose auf einer 250 Meter langen Strecke. Besucher können sich an dem bizarren, so luftig wirkenden – aber, da aus Beton, so schwer wiegenden – Gebilde nicht satt sehen.

Schöpfer ist der französische Star-Architekt [gibt es einen anderen Ausdruck für derart kreative und berühmte Bau-Künstler?] Jean Nouvel. Der Architekt ist nicht an einer bestimmten Handschrift auf Anhieb zu erkennen. Die Galeries Lafayette in der Berliner Friedrichstraße hat er beispielsweise geschaffen, das Konzerthaus in Kopenhagen und das vor zwei Jahren eröffnete Museum Louvre Abu Dhabi.

Und nun die gigantische Sandrose. Sie beherbergt zwölf Säle, in denen die Geschichte Qatars dargestellt wird. Die Ausstattung mit Gegenständen der entsprechenden Epochen ist beispielhaft und relativ spärlich. Aus dem Rahmen fällt der Saal, der sich mit den Ölfunden und deren Förderung befasst. Hier ist historisches Material zur Ölförderung üppig ausgestellt – Pumpen, Leitungen usw. Nach meiner Erinnerung ist nur ein beachtliches Kunstwerk ausgestellt:  der sogenannte Baroda-Teppich. Das 1,73 mal 2,64 große Schmuckstück hat der damalige Maharadscha des früheren Fürstentums Baroda in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit eineinhalb Millionen Perlen besticken lassen. Dazu kamen Rubinen, Smaragde und nicht weniger als 2.600 Diamanten.

Was die vielleicht fehlende Üppigkeit an Exponaten wird durch eine geniale Projektionstechnik mehr als wettgemacht: Filmisch perfekte Sequenzen werden an haushohe Wände geworfen und lassen die Besucher tief in die Geschichtsepochen eintauchen. So sind die beim Perlentauchen dabei. Reiten durch die Wüste, machen Rast in einer Karawanserei. Wer das Museum besucht, fängt spätestens dann an, sich für die Geschichte des jungen Staates zu interessieren.

Übrigens ist der zwölfte Saal noch vorschlossen. Denn er ist leer. Er soll später einmal über die Qatar-Krise berichten, den Prostest der Naschbarstaaten und deren Boykott.





Notizbuch: I.M.Peis letztes Werk

1 12 2019

Das Museum für Islamische Kunst in Doha/Qatar ist ein Traum

Sonntag, 1. Dezember 2019

Der große Architekt I.M. Pei war schon ein alter, ein sehr alter Mann, als das Land Qatar einen großen Wunsch an ihn herantrug: Er sollte das erste große moderne Museum im arabischen Raum schaffen, ein Museum für Islamische Kunst. Der Meister stellte harte Bedingungen. Als sie erfüllt wurden, schuf er eines der spektakulärsten Gebäude seines Lebens.

Auf der ganzen Welt hat I.M. Pei – seine Vornamen sind: Ieoh Ming – seine Spuren hinterlassen. In Paris ist das die Louvre-Pyramide, in Honkong der Bank of China Tower, in Berlin der Erweiterungsbau des Deutschen Historischen Museums. Als in Doha das Museum für Islamische Kunst fertig wurde, war der chinesisch-amerikanische Architekt schon 91 Jahre alt. Er starb dieses Jahr im biblischen Alter von 102 Jahren.

Die härteste Bedingung, die der greise Architekt den Planern in Qatar stellte, war der Platz: Das neue Museum sollte frei stehen und nicht von benachbarten Gebäuden beeinträchtigt werden. Also schütteten die Auftraggeber eine Insel am Ende der Corniche auf, das Museum steht also praktisch frei im Wasser. 2010 wurde rundherum ein Park angelegt. Ehe Pei ans Werk ging, machte er sich auf einer halbjährigen Studienreise durch arabische Länder mit deren Architektursprache vertraut.

Dem Museum für Islamische Kunst gelingt die perfekte Symbiose aus moderner und traditionell arabischer Architektur. Es wird kolportiert, dass es eine Frau im traditionellen islamischen Gewand, der Abaya, darstellt, die eine ebenfalls traditionelle Gesichtsmaske trägt. Die oberen Fenster, so heißt es, sind ihre Augen, die auf die Besucher herabblicken.

Der Architekt, so wird im Museum erzählt, wollte von dieser Deutung nichts wissen. Aber wer das Museum abends in herrlicher Beleuchtung sieht, wird sie für richtig halten.

Das Museum steht auf einer Grundfläche von 260.000 Quadratmetern, soviel wie 37 Fußballfelder. Fachleute halten es für eines der bedeutendsten Museen für Islamische Kunst der Welt. Wer mit nur einem kleinen Faible für islamische Kunst durch das Museum schlendert, wird entzückt sein. Werke aus 14 Jahrhunderten werden gezeigt, Gemälde und Kunstwerke aus Glas und Metall, Keramiken und Textilien, Waffen, Bücher und Schriften. Die Exponate stammen aus vielen Ländern – von Spanien zu maurischer Zeit bis Indien und Zentralasien.

Durch Sonderausstellungen hat sich das Museum einen besonderen Namen gemacht. Pro Jahr zählt es – unglaublich! – 500.000 Besucher, dies trotz der Blockade der arabischen Anliegerstaaten, aus denen früher viele Besucher anreisten.

„Die Steigerung hängt auch mit den vielen Kreuzfahrtschiffen zusammen“, betont Julia Gonella, die Chefin des Hauses. Die deutsche Museumsdirektorin war früher Mitarbeiterin des Museums für Islamische Kunst in Berlin, der vor mehr als drei Jahren die Stelle in Doha angeboten wurde. „Ich habe lange überlegt und bin erst seit zweieinhalb Jahren hier“, sagt sie, „ich habe es nicht bereut.“

Zum Museum gehören noch Innen- und Außencafés, ein Geschenkeladen und ein 3-Sterne-Restaurant, eines der vielen Restaurants des französischen Meisterkochs Alain Ducasse. Auffallend sind die viele Schulklassen, die das Museum besuchen. „Die Jungs dürfen auch schon mal in der großen Halle übernachten“, erzählt Julia Gonella. Die Mädchen müssen um 23 Uhr zurück zu ihren Familien.

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Notizbuch: Der Negev ist gefragt

23 11 2019

Warum Israel die Wüste künftig stärker vermarkten will

Samstag, 23. November 2019

Israels touristische Zukunft liegt in der Wüste. „Wir erweitern das Land“, betont Amir Helevi, Staatssekretär des Israelischen Tourismusministeriums und Generaldirektor des Staatlichen Israelischen Verkehrsbüros. Israel sei ein kleines Land, und wenn der touristische Boom weiter so anhalte, werde der Platz vielleicht knapp.

Der Negev ist gefragt. Der im Frühjahr dieses Jahres eröffnete neue Flughafen von Eilat im Süden der Wüste wird vom Markt gut angenommen. So werden neue Direktflüge von Frankfurt, Berlin und Wien angeboten. Halevi: „Die Wüste ist heute schon genau so eine Marke wie Tel Aviv und Jerusalem.“

Zum Ausbau von Tel Aviv als Städtereiseziel hat das Tourismusministerium eine langfristige Strategie entwickelt. In den nächsten zehn Jahren soll der Plan Tel Aviv-Yafo 2030 die Stadt am östlichen Mittelmeer als führendes Städtereiseziel positionieren. Im Mittelpunkt der Strategie steht die Mixtur aus 14 Kilometer Strand, historisch bedeutender Altstadt von Jaffa und der Kombination von Kultur, Kunst, Kulinarik und Kreativität. Auch das Nachtleben der Metropole spielt eine große Rolle.

Tel Aviv: Bauhaus-Gebäude

Aktuell stehen in Tel Aviv 10.500 Gästezimmer zur Verfügung, weitere 12.000 Zimmer sind bereits genehmigt. Es sollen nicht nur neue Hotels gebaut, sondern auch bestehende Bürogebäude zu Hotels umgewandelt werden. „Wenn die Investitionen passen“, erklärt Amir Halewi, „ist eine staatliche Förderung von bis zu 33 Prozent möglich.“ Noch für diesen Monat ist ein großer Kongress mit Investoren aus aller Welt geplant. „Die Nachfrage ist groß“, freut sich der Chef des Staatlichen Israelischen Verkehrsbüros.

Überall im Land wird in den Ausbau der Infrastruktur investiert. Weite Teile der Jerusalemer Altstadt können jetzt barrierefrei erkundet werden. Nach aufwändiger, fünfjähriger  Renovierung ist das Besucherzentrum der Hafenstadt Caesarea – zu Herodes‘ Zeiten der modernster Hafen der Antike – wiedereröffnet worden, auch dies barrierefrei. Der Airport Ben Gurion, der größte Flughafen des Landes , wird um eine fünfte Passagierhalle im Hauptterminal für internationale Flüge, dem Terminal 3, erweitert. Allein 82 wöchentliche Direktflüge verbinden deutsche Flughäfen mit Ben Gurion, aus der Schweiz sind es 38, aus Österreich 33. Eine neue Schnellzugverbindung bringt die Fluggäste in zwölf Minuten nach Tel Aviv und in noch nicht einmal einer halben Stunde nach Jerusalem.

Dreizehn neue Großhotels wurden in letzter Zeit im Land eröffnet, weitere 50 sind in der Pipeline. Der organische Ausbau der Infrastruktur wird durch den großen touristischen Erfolg des Landes erforderlich. Die Besucherzahlen sind rekordverdächtig. 3,3 Millionen Gäste aus der ganzen Welt besuchten Israel von Januar bis September dieses Jahres, im Vorjahrenzeitraum waren es „nur“ 2,9 Prozent. Nach Frankreich ist Deutschland der zweitwichtigste europäische Quellmarkt. In den ersten drei Quartalen reisten 205.500 Deutsche nach Israel, 14 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Verglichen mit 2017 ist das sogar ein Plus von 40 Prozent. Entsprechend zufrieden ist Amir Halevi [Foto] auch mit den deutschen Reiseveranstaltern: „Wir arbeiten mit allen größeren Anbietern zusammen.“

Fotos – mit Ausnahme des Fotos von Amir Halevi -: Israeli Ministry of Tourism

Mein Beitrag ist in leicht abgeänderter Form und mit anderen Fotos am 18. November in der Ausgabe 45/2019 von touristik aktuell erschienen.

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Notizbuch: Wundersame Reise

16 11 2019

Wie der britische Künstler Damien Hirst in Doha Besucher und Bewohner schockiert

Samstag, 16. November 2019

Sie sind gigantisch, kein anderes Wort würde zutreffen. Und sie sind für so manchen Zeitgenossen, männlich oder weiblich, schockierend. „Wundersame Reise“ nennt Damien Hirst seine 14 riesengroßen Bronzefiguren. Sie schildern den Weg neuen Lebens von der Empfängnis bis zur Geburt. Die Figur des neugeborenen Kindes ist 14 Meter hoch.

Ich habe die 216 Tonnen schwere und 20 Millionen Dollar teure Figurengruppe jetzt auf einer Pressereise von DER Touristik nach Qatar kennengelernt. Sie ist nicht versteckt in irgendeiner Halle, sondern steht im öffentlichen Raum. Einige – drastische – Figuren waren auch bei einigen Teilnehmern der Reise nicht unumstritten.

Mich haben sie sehr beeindruckt und an die Geburten meiner vier Kinder erinnert, bei denen ich dabei war. Sie sind die wichtigsten und aufregensten Stunden in meinem Leben, an die ich mich im Schatten von Hirsts Riesenfiguren lebhaft erinnert habe.

2005 hat der stets provozierende Künstler mit der Skulpturengruppe begonnen. 2013 wurden sie in Doha enthüllt. Die Protestwelle in dem islamischen Land war so gewaltig, dass die Figuren erst mal wieder verhüllt wurden – mit der offiziellen Begründung, sie vor den benachbarten Bauarbeiten zu einem Krankenhaus schützen zu müssen.

Fünf Jahre später, im November vor einem Jahr, war es dann so weit: Das Sidra Medicine Hospital, ein supermodernes Frauen- und Kinderkrankenhaus, war fertig. Es besitzt eine bedeutende Kunstsammlung, zu der auch die „Wundersame Reise“ gehört. Also wurde die Gruppe noch einmal enthüllt, ein durchaus mutiger Schritt.

 

 

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Notizbuch: Das Berlin-Buch

6 11 2019

Wie ich den Mauerfall beinahe verschlafen hätte

Mittwoch, 6. November 2019

30 Jahre Mauerfall. Ich erinnere mich an das Ereignis, als sei es gestern gewesen. Ich war grippekrank und lag mit Fieber im Bett Ich bekam kaum etwas mit von dem, was sich am 9. November jenseits der Mauer tat. Ich ging abends früh ins Bett.

Gegen 23 Uhr riss mich das Telefonklingeln aus dem Schlaf. „Horst, Du musst das Berlin-Buch neu schreiben!“ schallte es mir entgegen. An der Strippe war der für Reiseführer zuständige Verlagsleiter des LN-Verlages. Für diesen Verlag hatte ich verschiedene Reiseführer geschrieben – Malta, Kreta, Salzburg, Wien und eben auch: Berlin. Ich war sauer und knurrte: „Wegen so’nem Quatsch rufst Du spät abends an?“ Der Mann am anderen Ende der Leitung blieb fröhlich: „Kein Quatsch. Schalt‘ doch mal den Fernseher an!“

Und dann sah ich die Schleife, die immer wiederholt wurde: Schabowskis legendäre Pressekonferenz und sein Satz: „Das tritt nach meiner Kenntnis – ist das sofort, unverzüglich.“

Die Mauer fiel – und ich hätte das beinahe – buchstäblich – verschlafen. Das Berlin-Buch habe ich dann tatsächlich neu geschrieben. Aber da war der LN-Buchverlag schon vom Ullstein-Verlag geschluckt worden, der kein Interesse an einer perfekten Vermarktung seiner Reiseführer hatte…

Vor fünf Jahren, zum 25-jährigen des Mauerfalls, war ich einer der „Ballonpaten“. Entlang des Mauerverlaufs, der damals Berlin zerschnitt, waren auf 15 Kilometern 8000 leuchtende Heliumballons aufgestellt worden, die nach und nach – wie Dominosteine, die fallen – mit einer Friedensbotschaft in den dunklen Himmel aufstiegen. Und jeder dieser Ballons hatte einen Paten.





Notizbuch: Jasmin Taylor ist Patin

1 11 2019

Die Tourismus-Studierenden der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin [HWR] sind stolz auf ihre ITB-Patin Jasmin Taylor

Freitag, 1. November 2019

Nach Mario Köpers‘ Patenschaft zum ITB-Auftritt 2019 der „Studierten Weltenbummler“ hat die bekannte Unternehmerin Jasmin Taylor die Patenschaft zur ITB 2020 übernommen. Dazu hat Justus Schimmöller, Mitglied des ITB-Presseteams der „Studierten Weltenbummler“, diese Pressemeldung geschrieben:

Jasmin Taylor wird Patin des ITB Auftritts der Hochschule für Wirtschaft und
Recht Berlin. Wie bereits in den letzten Jahren wird der Stand der HWR auch
bei der nächsten Leitmesse der weltweiten Tourismusbranche durch die
„Studierten Weltenbummler“ betreut.
Die „Studierten Weltenbummler“, das sind die jungen Menschen, die bereits
bei den vorangegangenen Editionen der ITB durch ihr Auftreten mit dunklen
Schärpen auf sich aufmerksam gemacht haben. Sie sind die Studierenden des
dualen Studiengangs Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Tourismus.
Jeffrey Morgenstern, Leiter der studentischen ITB-Pressegruppe: „Wer könnte
uns besser als Patin unseres Studienprojektes Messestand zur Seite stehen
als Jasmin Taylor?“
Taylor, die in der Branche wohl ähnlich bekannt ist wie Manuel Neuer auf
deutschen Schulhöfen, hatte zuletzt mit der Ankündigung ihres neuen
Projektes, der Seelandhaus GmbH, auf sich aufmerksam gemacht. Getreu
dem diesjährigen Motto des Messestandes der Studierten Weltenbummler
„Career is a journey“, beginnt mit dieser neuen Unternehmung auch ein neues
Kapitel in Taylors ganz persönlichem Karriereweg. Die Kosmopolitin der
Tourismusbranche ist diesen Weg mit all seinen Facetten gegangen. Die
gebürtige Iranerin, die bislang insbesondere als Inhaberin des
Reiseveranstalters JT Touristik bekannt war, kennt spätestens seit der
Insolvenz des Unternehmens auch die Schattenseiten des touristischen
Wettbewerbs. Die bereits mit mehreren Branchenpreisen ausgezeichnete
Managerin konnte ihr Unternehmen dennoch an Lidl verkaufen und so eine
Weiterbeschäftigung ihrer Mitarbeiter sicherstellen. Der Standort Berlin ist
erhalten geblieben und die Marke JT Touristik wird erfolgreich weitergeführt.

Das neue Projekt Seelandhaus GmbH

Nach einer intensiven Zeit nun also das neue Projekt Seelandhaus GmbH.
Vorerst umfasst das Portfolio zwei Anlagen: Das Seehotel am Schwielochsee
als Hideaway der Luxuskategorie, sowie das Seedorf in Neuendorf am See als
ein großes Feriendorf der mittleren Kategorie. Mit diesen Objekten in der
Region Berlin/ Brandenburg als Grundlage soll so der Grundstein für eine
neue erfolgreiche Marke im Tourismus gelegt werden. Und auch der
Grundstein für ein neues Kapitel in Jasmin Taylors persönlicher Career
Journey.
Die staatliche Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin ist eine der großen
Hochschulen für angewandte Wissenschaften Berlins. Die Studierenden des 6.Semesters der Fachrichtung Tourismus stellen jedes Jahr sich und ihren Studiengang auf der ITB Berlin vor. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf dem starken Praxisbezug des Dualen Studiums. Die Vorbereitung auf die ITB beginnt schon im 5.Semester.

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Notizbuch: Alles Käse

30 10 2019

Astrid Zand, die frühere Presseprecherin der ITB Berlin, ist jetzt Hofkäserin

Dienstag, 29, Oktober 2019

Alles Käse. Das ist es, womit sich Astrid Zand heute Tag für Tag beschäftigt. Elf Jahre war sie als Pressesprecherin der ITB Berlin bei den meisten Reisejournalisten wohlbekannt und wohlgelitten. Aber  irgendwann  stellte  sich  Routine  ein,  und die  junge  PR-Dame  dachte  an  etwas  Neues. Vielleicht etwas mit Käse?

Den mochte sie schon immer, und sie erinnerte sich „an die herrlichen Aromen,  die  mein  Käsebrett  während  meines  Studiums  in Frankreich verströmte“. So erzählt sie es auf ihrer Website http://www.diestadtkaeserin.de. Sie  bummelte  Überstunden  ab  und  bildete  sich  über  den Verband  für  handwerkliche  Milchverarbeitung  e.  V.  weiter, zuerst zur Hofkäserin („Erstmal nur zum Spaß und für mich …“) und dann zur Staatlich geprüften Fachagrarwirtin.

Nach  langem  Überlegen  wurde  es  im  vorigen  Jahr  ernst: Astrid  Zand  gründete  zusammen  mit  der  Agrargesellschaft Baruther  Urstromtal  die  Jersey-Hofmolkerei  GmbH.  Baruth/Mark  ist  eine  Kleinstadt  in  Brandenburg,  etwa  60  Kilometer südlich von Berlin. Die Agrargesellschaft züchtet dort Jersey-Kühe, eine der ältesten Kuhrassen. Warum diese für ihre Milch berühmt ist, erklärt Astrid Zand auf ihrer  Website:  „Sie  schmeckt  herrlich  cremig,  weil  sie  von Natur  aus  fetthaltiger  ist.  Jersey-Milch  gilt  als  besonders verträglich,  ist  rund  20  Prozent  reicher  an  Proteinen  und enthält  besonders  viele,  wertvolle  Nährstoffe.“  Die  Produkte der Hofmolkerei haben alle das Label „Die Stadtkäserin“: Milch und Eis, Joghurt, Quark, Frischkäse und Camembert.

     Jersey-Kühe sind für ihre Milch berühmt. Alle Fotos Felix Müller

Drei  Punkte  an  ihrer  neuen Aufgabe  findet  die  ehemalige PR-Referentin  besonders  reizvoll:  Die  Freiheit,  die  sie genießt,  die  Vielfalt  der  Aufgaben  und  dass  Qualität  bei ihrer  Arbeit  im  Vordergrund  steht.  Langeweile,  so  sagt Astrid Zand, kenne sie nicht. Noch wohnt sie in Berlin und pendelt, denkt aber über einen Umzug nach Brandenburg nach. Mit dem Tagesgeschäft sei sie ausgelastet, sie habe „keine Zeit für Marketing“, sagt sie.

Die größte Herausforderung sei es, gute Mitarbeiter zu finden. Auf ihrer Website sind die Läden und Märkte in Brandenburg und Berlin aufgelistet, die ihre Waren verkaufen. Es sind 20. „Aber ich will expandieren und muss das auch.“ Um dem ITB-Job nachzutrauern – dieses Jahr war Astrid Zand zum ersten Mal nicht auf der Messe – bleibt da kein Grund und auch gar keine Zeit.

Mein Beitrag über Astrid Zand ist im Printmagazin 2-2019 „Columbus“ erschienen, dem Magazin der Vereinigung Deutscher Reisejournalisten.

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